Anzeige
INTERVIEW
Peter Terbuyken führt in der 4. Generation das Unternehmen „Rheinische Backkultur Terbuyken“ in Düsseldorf. Nach Ausbildung zum Bäcker und betriebswirtschaftlichen Studium hat er 1993 den Betrieb übernommen. Der Firmenname ist gleich Programm. Mit regionalen Spezialitäten nach alten Rezepturen wirbt das Unternehmen erfolgreich um Kunden.
Peter Terbuyken: Bereits unser Firmengründer hatte 1895 so großen Erfolg, dass selbst die 10 Kinder der Familie mit anpacken mussten. Mit Backspezialitäten, die überwiegend aus eigenen Rezepten stammten, wurde die Bäckerei sehr bekannt.
Was damals bei den Kunden ankam, wird gerade heute mehr denn je geschätzt: Regionale Backspezialitäten. Deshalb findet sich schon in unserem Firmennamen der Hinweis auf die rheinische Backkultur. In der Backstube in Erkrath werden Backwaren nach alten Rezepten hergestellt. Ziel ist beste Qualität und natürlicher Geschmack unserer Backwaren. Neben traditionellen Rezepturen gehören hierzu beste Rohstoffe, die soweit wie möglich aus der Region stammen.
Peter Terbuyken: Zum einen wird Ihnen auffallen, dass nahezu nur Fachkräfte bei uns in der Produktion arbeiten. Mit diesen Fachkräften versuchen wir alte Bäckertugenden und traditionelles Wissen täglich in beste Backwaren umzusetzen.
Dies ist nicht einfach. Heißt es doch, dass Technik zum Teil zurück gefahren wurde. Unsere Brote werden zwar mechanisch abgewogen, aber die weitere Verarbeitung, also wirken und lang formen, erfolgt von Hand. Seit dieser Umstellung haben wir einen großen Qualitätssprung gemacht, den auch die Kunden erkannt haben.
Unsere Philosophie setzt jedoch viel früher in der Produktionskette an. So backen wir zum Beispiel die Brötchen „Rheinische Jungs“ völlig ohne Backmittel. Grundlage ist ein Weizensauerteig. Von der Teigherstellung bis zum Schießen im Ofen dauert der ganze Prozess rund 48 Stunden. Nur durch lange Teigruhezeiten erreichen wir das gewünschte Aroma und die Frischhaltung. Ähnlich verhält es sich bei vielen anderen Produkten, die in Wannen lange Zeit garen und reifen.
Unsere Mitarbeiter in der Produktion waren durchaus skeptisch als wir Stück für Stück umstellten. Jetzt sind sie aber soweit, dass es ihnen Spaß macht. Gemeinsam setzen wir alte Rezepturen um und entwickeln hieraus neue Ideen. Gleichzeitig muss auch gesagt werden, dass diese Produktionsmethoden natürlich einen personellen Mehraufwand mit sich bringen.
Dies nehmen wir jedoch in Kauf, denn über den Preis wollen und können wir nicht konkurrieren. Die Kunden sind auch bereit, für beste Qualität einen entsprechenden höheren, nachvollziehbaren Preis zu zahlen.
Peter Terbuyken: Wir versuchen auch das letzte an Qualitätsverbesserung in unsere Produkte zu ringen. Hierzu gehört auch der Einsatz von belebtem Wasser nach der Methode von Gebado. Backtechnisch bringt dies insbesondere bei Weizenteigen eine höhere Teigausbeute.
Im Laden ist es jedoch schwierig, den Kunden die Vorteile dieser Wasserbelebung in kurzen Worten darzustellen. Werbetechnisch ist dies auch nur beschränkt möglich. Trotzdem setzen wir darauf, weisen darauf hin und stehen Kunden, die sich näher dafür interessieren, gerne Rede und Antwort.
Peter Terbuyken: Auch wenn wir uns in einem sehr schwierigen Umfeld befinden: Die Chancen, ein Bäckerfachgeschäft erfolgreich zu betreiben, sind da. Ein gut aufgestellter Betrieb, der sich durch hervorragende Qualität und ein ansprechendes Ambiente auszeichnet, hat eine sehr gute Chance am Markt. Werden handwerkliche Tugenden dann noch geschickt kommuniziert, steht einem dauerhaften Erfolg nichts mehr im Wege. Wir bemühen uns, die täglichen Herausforderungen in diesem Sinne zu lösen und können behaupten: Der Erfolg scheint uns Recht zu geben.
Sparen allein ist kein Zukunftskonzept
„Das Jahr 2004 war durchwachsen,“ so das Fazit von Ralf-Jürgen Keller auf dem Verbandstag des BIV Hessen vor seiner Darstellung von Zahlen und Fakten aus der Betriebsberatung. mehr...
