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Auf ein gutes neues Ausbildungsjahr!

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Auf der Titelseite der ABZ vom 18. Dezember des letzten Jahres konnten Sie Berichte über die „ausgezeichnete Ausbildung“ bei der Feinbäckerei Thiele GmbH und ein Bild mit Christian Nestel und Doreen Krebs, umrahmt von Heiner Kamps und Peter Becker sehen. Sie wissen nicht, wer Christian Nestel und Doreen Krebs sind? Schade! Herr Nestel ist Bundessieger 2004 bei den Bäckern und Frau Krebs schaffte den ersten Platz bei den Verkäuferinnen. Beide wären sehr gute Fachkräfte für Ihr Unternehmen.

Aber Frau Thiele-Hann kennen Sie? Sie führt in Göttingen ein Bäckereiunternehmen mit 303 Beschäftigten. 18 Prozent der Mitarbeiter sind Auszubildende! Macht Frau Thiele-Hann etwas falsch, so vielen jungen Menschen einen Ausbildungsplatz zu finanzieren? Wäre es nicht besser, mit wenigen Fachkräften und vielen Hilfsarbeitern Produktion und Verkauf zu organisieren? Die Feinbäckerei Thiele hätte dann zwar nicht die Auszeichnung zum besten Ausbildungsbetrieb des Handwerks 2004 bekommen, doch ist das schlimm?

Viele Fragen zur Ausbildung am Anfang des Kalenderjahres, gibt es da nicht wichtigere Dinge zu regeln? Ich bin fest davon überzeugt, dass spätestens jetzt die Entscheidungen über die Anzahl der Ausbildungsplätze und die dafür geeigneten Jugendlichen getroffen werden müssen. Es müssen für die Ausbildung Verantwortliche benannt werden. Es müssen Betriebspraktika angeboten werden, es müsse Pläne für Praktikumszeiten gemacht werden und außerdem muss für die Ausbildungsplätze geworben werden.

Wenn Sie die Zukunft Ihres Unternehmens sichern und gestalten wollen, dann müssen Sie junge Menschen aus- und später weiterbilden. Nur wer die Ausbildung selber in die Hand nimmt, hat die Chance, Mitarbeiter zu bekommen, die das betriebsspezifische Qualitätsstreben verinnerlicht haben. Allerdings wird nur die Ausbildung von Jugendlichen mit guter schulischer Vorbildung die Erwartungen erfüllen. Doch diese Jugendlichen kommen nicht zum Sommerschluss vorbei und bitten um einen Ausbildungsvertrag. Jetzt müssen Sie für eine gute Ausbildung mit bester Perspektive im Handwerk werben. Jetzt müssen Sie die Voraussetzungen für diese Ausbildung schaffen: Die Verantwortlichen für jeden einzelnen Lehrling werden benannt, ein Ausbildungsplan (das „Ausbildungsheft“ wäre ein Beispiel) wird erstellt und der Kontakt zur Berufsschule (Ist sie gut ausgestattet?) wird gesucht.

Werben Sie durch Handzettel oder auf der Brötchentüte für Ihre Ausbildungsplätze, nennen Sie die Vorteile der individuellen, persönlichen Ausbildung, die guten Chancen in der backenden Branche für gut qualifizierte Menschen.

Christian Nestel und Doreen Krebs sind gut ausgebildet worden und haben eigenen Ergeiz entwickelt. Das hat sich schon ausgezahlt, für die beiden, für die Ausbildungsbetriebe und in Zukunft für die Branche. Ausbildung macht Spaß und bringt Gewinn! Erfolgreiches Ausbilden noch mehr, fragen Sie Frau Thiele-Hann!

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