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Alternative zum Pappbecher

Die Kehrseite des bequemen To-go-Geschäfts ist der Müll. (Quelle: FotoHiero/Pixelio.de)+
Die Kehrseite des bequemen To-go-Geschäfts ist der Müll. (Quelle: FotoHiero/Pixelio.de)

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Kaffeegeschäft

Kaffee zum Mitnehmen ist ein wichtiger Umsatzbringer, verursacht aber eine Menge Müll. Setzen Bäcker künftig auf den Mehrwegbecher?

Stuttgart (abz). „Wir schätzen, dass rund jede vierte Tasse getrunken wird“, sagt Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbands. Die Kehrseite: Rund 200 Mrd. geben Kaffee-Ketten, Fastfood-Restaurants und Straßenverkaüfer pro Jahr an ihre Kunden aus. Ein bisher wenig beachteter Aspekt der To-go-Kultur ist die Umweltverträglichkeit. Die kunststoffbeschichteten Pappbecher gehören nämlich nicht in den Papiermüll, sondern in den normalen Hausmüll und können nur aufwendig recycelt werden. Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt zunehmend auch Bäckereien. Gibt es zum Pappbecher eine Alternative?

„Für mich derzeit nicht“, sagt Alexander Ulmer. Der Inhaber der Bäckerei Ulmer mit Sitz in Friedrichshafen betreibt 35 Filialen. 10.000 Pappbecher, schätzt Ulmer, gehen pro Halbjahr über die Theken. Wobei die Zahl schwankt. In einigen Filialen sind es täglich 25 Becher, in anderen nur zwei bis drei. Dass der Kunde seinen eigenen Becher mitbringt, kommt für Ulmer nicht in Frage. „Ich kann von meiner Verkäuferin nicht verlangen, dass sie einen halb ausgespülten Becher unter die Kaffeemaschine hält.“

Für und Wider Pfandbecher

Sollen Bäckereien eigene Becher herausgeben? Keine schlechte Idee, findet Ulmer. „Pfandbecher wären eine Alternative.“ In Form eines leichten Porzellanbechers oder eines Kunststoffbechers. Auch der Hansebäcker Junge mit 170 Geschäften wäre im Prinzip bereit, Mehrwegbecher einzuführen. Allerdings sei das Thema Hygiene rechtlich heikel, sagt Marketingchef Gerd Hofrichter. Man könne nicht haften für eine mögliche Verunreinigung durch Bakterien durch den Transport in einer nicht sterilen Verpackung. Abgesehen vom höheren Verwaltungsaufwand, den eine Bäckerei für Mehrwegbecher betreiben müsste, schätzt Hofrichter die Bereitschaft mehr zu zahlen gering ein. „Das ist beim Kunden noch nicht angekommen.“

Bio-Becher

Neben herkömmlichen Pappbechern hat der Lieferant GEBAS aus Bergheim auch Bio-Cafébecher im Angebot. „Die haben eine spezielle Beschichtung und sind recyclingfähig“, erklärt Geschäftsführer Mario Annegarn. Allerdings wird das Produkt kaum nachgefragt, denn es kostet 15 Prozent mehr. Dazu kommt das Problem: Der Bio-Becher ist im Prinzip zwar kompostierfähig. Bis er verrottet, dauere es jedoch viele Monate.

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