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Aldis neue Backwelt setzt auf „Handwerk“

So sieht sie aus, die „Backwelt“ von Aldi Süd, die bis zu 40 Artikel im Sortiment haben will. (Quelle: Aldi Süd)+
So sieht sie aus, die „Backwelt“ von Aldi Süd, die bis zu 40 Artikel im Sortiment haben will. (Quelle: Aldi Süd)

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Der Discounter spricht von „manuellem Backen“ / Umrüstung der 1800 Filialen auch mit Brotschneidemaschinen

Mülheim/Ruhr (abz). Vielfalt, Frische und Transparenz: Dafür steht das neue manuelle Backsystem von Süd. Unter dem Markennamen „Meine Backwelt“ will Aldi Süd sein Backwaren-Konzept weiterentwickeln.

Dass der Discounter dabei von „manueller“ Herstellung spricht, macht deutlich, dass der Wettbewerb zum tatsächlichen bewusst gesucht und Kunden suggeriert wird, bei Aldi eine Alternative zum Bäcker zu finden.

Umstellung der 1800 Filialen

dauert mehrere Jahre

Das deutlich erweiterte Brot- und Backwaren-Angebot von Aldi besteht neben Brot- und Brötchen-Sorten aus Convenience-Artikeln. Je nach Standort umfasst das Sortiment nach Firmenangaben bis zu 40 Artikel, „die von den Mitarbeitern in der Filiale frisch gebacken werden“, wie es Aldi in einer Ankündigung formuliert.

Die Umstellung der rund 1800 Filialen aufs „manuelle Backen“ wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Damit ist das Ende der ockergelben Backautomaten besiegelt, um die Aldi jahrelang – letztlich mit Erfolg – gekämpft hat: Im Oktober 2015 hatte die Discounter-Kette den langen Streit mit dem Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks durch einen Vergleich beilegen können.

Mit dem Prozess vor dem Landgericht in Duisburger hatte die Bäckerlobby angestrebt, dass die Richter Aldi Süd verbieten, seine Backkästen als „Backöfen“ bezeichnen zu dürfen. Die Geräte würden lediglich vorgefertigte Teiglinge „bräunen“, aber nicht backen, lautete die Argumentation des Zentralverbandes.

Beide Parteien legten den Brötchenstreit Ende 2015 bei, indem sie ihn schriftlich für erledigt erklärten. Aldi durfte damit seinen Werbespruch „Ab sofort backen wir den ganzen Tag Brot und Brötchen für Sie“ weiter benutzen.

„Frische wird durch Blick

in den Backraum erlebbar“

Das „Meine Backwelt“ sei das Ergebnis von umfassenden Tests, die das Unternehmen seit 2015 durchgeführt habe, so Aldi heute.

„Der Bereich Brot- und Backwaren hat sich im Laufe der vergangenen Jahre bei Aldi Süd zu einem wichtigen Sortimentsbereich entwickelt. Mit ‚Meine Backwelt‘ reagieren wir auf den Wunsch unserer Kunden nach einem vielfältigen Backwarensortiment, dessen Frische jetzt durch den Blick in den Backraum erlebbar wird“, sagt Lars Klein, stellvertretender Geschäftsführer im Zentraleinkauf und verantwortlich für den Frische-Bereich.

Aldi wirbt damit, mit „Meine Backwelt“ ein „Sortiment ofenfrischer Backartikel für jeden Geschmack zum besten Preis-Leistungsverhältnis“ anbieten zu können.

Neben Brot- und Brötchensorten bietet der Discounter Convenience-Produkte wie Pizza-Snacks, Geflügelrollen und Käse-Twister an. Außerdem sollen Nuss-Nougat-Croissants, Muffins oder Schokobrötchen zum Angebot gehören. Abhängig vom Kundenzuspruch will Aldi das Sortiment in den kommenden Monaten ausbauen.

Brotschneidemaschinen

für die Kunden

Da sich mittlerweile der Großteil der Verbraucher das beim Bäcker gekaufte Brot schneiden lässt, reagiert Aldi darauf und kündigt an, Brotschneidemaschinen aufzustellen, damit sich „Kunden künftig das frisch gebackene Brot direkt vor Ort zuschneiden können“.

Sie geben Tipps und plaudern aus der Praxis (von links): Matthias Michael, Barbara Krieger-Mettbach und Sarah Wiener
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