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Aldi und Zentralverband legen Streit bei

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Was ist Backen? Diese Frage diskutieren der Zentralverband und Aldi Süd vor dem Duisburger Landgericht / Discounter wirbt weiter mit Slogan

Duisburg (abz). „Wir haben wichtigere Dinge zu tun, als diesen Rechtsstreit, der sich schon sehr lange hinzieht“, sagt Rechtsanwalt Daniel Schneider, neuer Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des deutschen Bäckerhandwerks. Die Rede ist von dem „Brötchen-Streit“ mit Süd, welcher nun beigelegt worden ist, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

In dem Streit geht es vor allem um die Frage „Was ist ?“. Der Zentralverband wirft dem Discounter vor, mit seiner Aussage, in den Filialen werde frisch gebacken, Verbraucher in die Irre zu führen. Beworben werden damit Apparate, die auf Knopfdruck Brötchen in ein Fach fallen ließen. Jene würden die Brötchen jedoch nicht backen, sondern höchstens aufwärmen, so der Zentralverband. Dies führt zu dem vor rund fünf Jahren begonnenen Rechtsstreit vor dem Duisburger Landgericht. „Wir haben Aufmerksamkeit bekommen und konnten unsere Position klar machen“, äußert sich Schneider weiter.

Beide Parteien hätten nun die Sache schriftlich für erledigt erklärt, sagt ein Gerichtssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Es wird vereinbart, dass jeder seine Kosten selbst zu tragen habe. Aldi Süd gibt außerdem an, dass das Unternehmen weiterhin mit der Aussage „(…) backen wir den ganzen Tag Brot und Brötchen für Sie“ werben könne.

Bei einer öffentlichen Verhandlung vor dem Landgericht Duisburg hat Anfang Juli ein Experte (siehe ABZ 14/2015) rund zwei Stunden über das Backverfahren von Brot und Brötchen gesprochen. Auf die Frage, ob in den Aldi-Automaten nun gebacken wird, gibt es dem Gutachter zufolge jedoch keine klare Antwort. Denn das Handwerk nach „alter Väter Sitte“ finde auch in den Backstuben kaum noch statt. Es sei in den meisten Bäckereien üblich, Teiglinge erst nur zum Teil und dann kurz vor dem Verkauf fertig zu backen.

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