Markt & Meinung

Zur Mehrwertsteurerhöhung


Durch die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer erhöhen sich die Preise von Handwerksleistungen. „Genau dies gefährdet die Wirkung der von der Koalition zugesagten Investitionen in Aufträge und Beschäftigung“, kritisiert der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, in einem gemeinsamen Interview mit dem „Norddeutschen Handwerk“ (NH), dem „Deutschen Handwerksblatt“ (DHB) und der „Deutschen Handwerks Zeitung“ (DHZ). Otto Kentzler weiter:

„Eine höhere Mehrwertsteuer ist Gift für den Binnenmarkt. Sie erhöht die Handwerkerverrechnungsstunde um fast einen Euro. Das treibt die Kunden nur in die Schwarzarbeit. Das fördert nicht mehr Konsum, sondern bestärkt die Bürger in ihrer Kaufzurückhaltung. Dadurch fehlen Wachstums- und Investitionsimpulse. Das trifft besonders das Handwerk, das auf die regionale Nachfrage besonders angewiesen ist. Aber wir beklagen auch den grundlegend falschen Ansatz, zuerst über Mehreinnahmen zu beschließen, statt wie vom Handwerk vorgeschlagen erst einmal schnelle Reformen in den Sozialen Sicherungssystemen vorzunehmen. Unsere Experten haben es durchgerechnet: Zur Absenkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung ist eine Mehrwertsteuererhöhung nicht erforderlich. Eine Senkung um zwei Prozentpunkte ist allein durch Einsparungen bei der Bundesagentur für Arbeit erreichbar, vor allem durch Streichungen im zweiten Arbeitsmarkt und bei der Frühverrentung.“


Artikel vom 01.12.2005
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