Branche_Politik
Zielgruppe 50plus bietet Umsatzpotenzial
Vortrag auf dem Westfälischen Bäcker-Kongress: Gesundheit und Genuss entscheidende Faktoren / Carl Grote gewinnt Backwaren-Design-Preis

Teilnehmer des Backwaren-Design-Preises, bei dem Carl Grote (vorne Mitte) mit seinem Uganda-Ring das Rennen machte. Aber auch die anderen Meisterschüler der Fachschule präsentierten clevere Rezept- und Marketingideen. Fotos: Wolf Fotos: Wolf
LIM Heribert Kamm präsentierte zu Beginn seine Branchen-Diagnose unter dem Motto „Die Lage ist ernst aber nicht hoffnungslos“. So sei der Tarifvertrag von der NGG bis 30. 9. 2008 gekündigt. Die NGG fordere 6,8 Prozent mehr. „Wir werden eine angemessene Tariferhöhung zugestehen“, betonte Kamm, auch wenn es betriebswirtschaftlich problematisch sei. Hier empfahl der den Kollegen, entsprechende Rücklagen zu bilden. Gute Mitarbeiter seien die Voraussetzung für gute Ware und gute Leistungen im Verkauf. Das wiederum sei die Voraussetzung für mehr Umsatz.
Die Marktsituation sei nach wie vor angespannt. Wobei man hier begrifflich klar zwischen der Konkurrenz aus dem Lebensmitteleinzelhandel oder der Industrie und dem kollegialen Mitbewerber unterscheiden sollte. Aber mit dem richtigen Marketing, der richtigen Preispolitik, Fachkompetenz und einem Verkauf mit Erlebnischarakter könne man sich gut am Markt profilieren. Als dienstleistungsorientierter Verband biete man hier zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten.
In diesem Sinne sorgte auch der Bäcker-Kongress für neue Impulse und Zukunftsperspektiven für die Branche. So legte Hansgeorg Pompe den Bäckern die Generation 50plus mit ihren Konsumerwartungen und ihrem enormen Einkaufspotenzial ans Herz. „Als Mitglied der Generation 50plus möchte ich von sympathischen Menschen charmant umworben werden“, brachte er die Ansprüche dieser produkterfahrenen Konsumenten auf einen Punkt. Die Konsequenz aus dieser Erkenntnis sein, dass man als handwerklicher Anbieter von Backwaren verstärkt auf Dienstleistungs- und Beziehungsmarketing setzen müsse. In einer zunehmend komplexeren Welt sei es sinnvoll, vor allem den 50plus-Kunden Vereinfachung, Entlastung, Orientierung, Service und Problemlösungen als Mehrwert zu bieten. „Die Kunden möchten den Nutzen spüren.“ Hohe Kaufkraft, Qualitäts- und Gesundheitsbewusstsein mache diese Konsumenten gerade für konsumnahe handwerkliche Dienstleister interessant. Vor dem Hintergrund, dass 60 Prozent aller Geldausgaben von den über 50jährigen getätigt werden, sei es wichtig, zu wissen, was diese Kunden wirklich wollen, betonte Pompe.
Denn die Branche bewege sich bekanntlich in einem gesättigten Markt und vieles gehe am Bäckerhandwerk vorbei. Da sei es eben entscheidend, sich entprechend zu spezialisieren und auf persönliche Kundenbeziehung und -ansprache zu setzen. Als Handwerksunternehmen habe man beste Möglichkeiten, schnell auf Trends und individuelle Wünsche der Kunden einzugehen und für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Kunden zu sorgen. Wichtig sei in dem Zusammenhang, sich als Spezialist für gesunden Genuss zu profilieren. Dazu gehöre eben auch, dass das Verkaufspersonal durch Mimik, Gestik und mit Blickkontakt die Kunden begeistert. Das seien entscheidende Faktoren bei der Emotionalisierung des Verkaufs.
Passend zum Thema stellte Ulrich Jortzik, Fachlehrer an der Fachschule Olpe, ein an der Schule entwickeltes Brötchen-Rezepte vor: Mit „knackiger 50er“ (mit Sonnenblumenkernen und Möhren) und „softiger 50er“ (mit Haferflocken und Möhren) wird genau die oben erwähnte Zielgruppe angesprochen (Info: E-Mail vb@biv-wl.de).
Wertbestimmend sind hier die gesunden Zutaten, gegen die auch Dr. Manfred Lütz nichts hat, der sich in seinem Vortrag aber gegen die Auswüchse des momentan herrschende „Gesundheits- und Fitnessreligion“ aussprach. Schließlich beschränken sich seine sportlichen Aktivitäten laut eigener Aussage auf die Autofahrt zum Bäcker.Weitere Nachrichten aus Fokus vom 23.09.2008:
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