Aktuell

Zentralverband zieht positive Bilanz

Leitbild für ein selbstbewusstes Bäckerhandwerk / Kompetenzen und Kräfte unter dem Dach der Akademie bündeln


Stuttgart (wkr). Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV) in Baden-Baden konnte Präsident Peter Becker trotz nach wie vor schwierigen Rahmenbedingungen eine durchaus positive Bilanz ziehen. Eine erstklassige iba in 2006, die eine wesentliche Bereicherung durch den erstmals vom ZVB durchgeführten iba-Cup erfuhr, Fortschritte im Konzept der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk (ADB) oder auch die wieder leicht steigende Zahl der Mitarbeiter, hob Becker hervor. Auch auf die beachtliche Ausbildungsquote mit über 36.000 Auszubildenden (plus 4,2 Prozent) könne das Bäckerhandwerk stolz sein. Ein neues Selbstbewusstsein und zielorientiertes Arbeiten im neuen Leitbild des Bäckerhandwerks weise den Weg in die Zukunft.

Hauptgeschäftsführer Dr. Eberhardt Groebel errgänzte in seinem Bericht die Leistungsbilanz und verwies u. a. auf die Erfolge bei der betrieblichen Altervorsorge und der Werbegemeinschaft – trotz geringen Etats.

Deutliche Worte

Klare Worte fand Becker für die politischen Rahmenbedingungen, die der ZV durch seinen ständigen Kontakt zu den Entscheidungsträgern im Bundestag nachhaltig zu optimieren sucht: Bei Diskussionen um den Wegfall der degressiven Afa, Mindestlöhne oder der Energiepolitik vertitt der ZV die Interessen der Mitgliedsbetriebe.

Mit Nachdruck wies Becker die Darstellungen von Bauernpräsident Sonntleitner zurück, dass die gestiegenen Getreidepreise keine nennenswerten Auswirkungen auf die Brotpreise haben: „Von 100 Euro Umsatz gehen nur für die Getreidepreiserhöhung ca. 2,50 Euro verloren, das sind etwa ein Viertel des cash flows eines ordentlich wirtschaftenden Betriebes“, machte Becker deutlich. Es sei Aufgabe des Verbandes, den Betrieben angesichts der immensen Kostensteigerungen zu raten, Preisanpassungen in entsprechender Höhe vorzunehmen.

Bei den Leistungen des ZV spielt die Einflussnahme auf die Gesetzgebung eine zentrale Rolle, die auf der Versammlung gleich in Angriff genommen wurden:

Gleich drei Resolutionen stellte Bayerns Landesinnungsmeister Heinrich Traublinger (MdL) der Mitgliederversammlung zur Abstimmung vor. Zuerst die Neuausrichtung der staatlichen Förderung der Bionergie bei der keine Rohstoffe verwendet werden, die der menschlichen Ernährung dienen. Die zweite Resolution fordert den Verzicht auf die fünfte Novelle zur Verpackungsverordnung in ihrer jetzigen Fassung. Drittes Anliegen ist die Einführung einer privatwirtschaftlichen Versicherungslösung ergänzend oder an Stelle der gesetzlichen Unfallversicherung. Hintergrund ist die kürzlich beschlossene Neuordnung der Gefahrentarife in der Berufsgenossenschaft mit deutlichen Kostenbelastungen für Bäckereien.

Alle drei Resolutionen verabschiedete die Versammlung einstimmig.

Die Kräfte bündeln

Um die dringlichen Aufgaben der Zukunft zu meistern, setzt der ZV auf die Bündelung der Kräfte unter dem Dach der ADB. Becker hob die Bedeutung einer leistungsstarken Akademie hervor, die durch kompetente Beratung sowie Aus- und Weiterbildung überzeugen muss. Gegenwärtig werden weniger Meisterschüler ausgebildet, als Nachfolger für Betriebsübergaben gesucht würden, eine bedenkliche Entwicklung. „Wir werden diese wichtige Aufgabe unserer Verbände nur dann erfolgreich zum Nutzen unserer Betriebe wahrnehmen, wenn wir die Arbeit in der ADB als Gemeinschaftswerk begreifen“, appellierte Becker an die Landesinnungsmeister an einem Strang zu ziehen. – Ganz nach dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark“.

(Weiterer Bericht folgt.)


Artikel vom 20.09.2007
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