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Zentralverband gegen EU-Vereinheitlichung aktiv

Organisationsspitze des Bäckerhandwerks mit Infos zur wirtschaftlichen Situation und Kritik an den europarechtlichen Belastungen


Berlin (p). Auf einer Pressekonferenz hat der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks in einem Statement betont: Die etwa 14.500 Betriebe des deutschen Bäckerhandwerks konnten ihre erfreuliche wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2008 auch in der ersten Jahreshälfte 2009 fortsetzen.

Stabiler Umsatz

Der Umsatz im Bäckerhandwerk lag im ersten Halbjahr 2009 auf gleicher Höhe wie im ersten Halbjahr 2008. Im Gegensatz zu vielen industriellen Wirtschaftsbereichen konnte die Beschäftigtenzahl weiter gesteigert werden um 1,2 Prozent auf jetzt knapp unter 290.000. Außerdem beschäftige das Bäckerhandwerk derzeit knapp über 36.000 Lehrlinge im Bäcker- und Verkäuferbereich – was zeige, dass man seiner Ausbildungsverantwortung bewusst ist.

Zur Diskussion um Salz in Brot und Backwaren meinte Präsident Peter Becker:

„Wir haben die Bundesregierung um nachdrückliche Unterstützung unserer Auffassung gebeten, dass es nicht zu einer europaweiten Festlegung von Richtwerten für Salz und andere natürliche Lebensmittel-Inhaltsstoffe kommen darf. Wir wollen kein europäisches Einheitslebensmittel, sondern wir wollen nationale, regionale und lokale Produkte auch in Zukunft ohne Verstoß gegen irgendwelche, von EU-Kommissionsbürokraten, erdachten Regelungen herstellen und verkaufen dürfen. Vor allen Dingen wollen wir keine chemisch hergestellten Ersatz-Geschmacksstoffe in unseren Produkten anstelle von Salz verarbeiten.“

Nach wie vor bemühe sich die EU-Kommission, auf der Grundlage des Artikels 4 der EU-Health-Claims-Verordnung (Einführung von Nährwertprofilen für Lebensmittel) Nährwertprofile und Richtwerte für Inhaltsstoffe von Lebensmitteln auch im Bezug auf Brot und Backwaren zu definieren, kritisiert der Zentralverband die EU-Verbraucherpolitik „Wir haben die Bundesregierung gebeten, in Brüssel dafür Sorge zu tragen, dass – entsprechend dem Vorschlag der zuständigen Berichterstatterin im Europaparlament, Dr. Renate Sommer, MdEP – eine ersatzlose Streichung des Artikels 4 der so genanten Health-Claims-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1924/2006) vorgenommen wird“, machte Peter Becker deutlich, dass der Zentralverband am Ball bleibt.

Das deutsche und europäische Bäckerhandwerk erwarte von der EU-Kommission, dass sie diese Rechtsetzungsvorhaben fallen lässt und künftig mehr Rücksicht auf die Belange derjenigen Betriebe der Lebensmittelwirtschaft nimmt, die an einer sinnlosen europäischen Rechtsvereinheitlichung überhaupt kein Interesse haben können, wurde auf der Pressekonferenz den Vertretern der Publikumspresse in die Notizbücher diktiert.


Artikel vom 11.11.2009
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