INTERVIEW der woche

Zeigen, dass Brot Leben und Genuss ist


Johann Georg Hochleitner ist stellvertretender Bundesinnungsmeister der Bäcker in Österreich. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Werbeausschusses entwickelte er das Qualitätssiegel „Goldene Breze“, das im letzten Jahr erstmals verliehen wurde.

ABZ: Was ist die Idee, die hinter einem Qualitätssiegel wie die Goldene Breze steckt?

Johann Georg Hochleitner: Die Grundidee ist, verstärkt für die handwerklichen Bäckereien PR zu machen. Wir wollen der Öffentlichkeit die Qualität aus den Backstuben der heimischen Bäckereien aufzeigen. Wir wollen zeigen, dass Brot Leben mit Genuss ist. Das Bäckerhandwerk zählt zu den ältesten Handwerken in Österreich. Werbung für uns Bäcker kann man mit einem Qualitätssiegel hervorragend machen.

In Deutschland gibt es ja schon
verschiedenste Siegel und Preise. Hier haben wir uns auch verschiedene Anregungen geholt.Unser Ziel war allerdings, dass die Auslobung der Goldenen Breze in den Händen der Bundesinnung bleibt. Eine Zeitung oder ein Unternehmen die derartige Preise ausloben, verbinden auch immer Eigeninteresse damit.

ABZ: Wie läuft konkret die Bewertung für dieses Qualitätssiegel ab?

Johann Georg Hochleitner: Bewerben können sich alle Bäckereien. Von einer Jury wird eine grobe Vorauswahl getroffen. In dieser Jury sitzen sowohl Bäckermeister als auch unabhängige Experten. In einem zweiten Schritt werden die Betriebe jeweils von zwei Juroren unangekündigt besucht. Hinzu kommt, dass wir auch den betriebswirtschaftlichen Erfolg des Bewerbers prüfen lassen.

ABZ: Im letzten Jahr wurde die Goldene Breze als Pilotprojekt in Oberösterreich, Salzburg und Tirol durchgeführt. Wie war die Resonanz von Bäckern und Kunden?

Johann Georg Hochleitner: Das Pilotprojekt verlief überaus erfolgreich. So waren wir von der Anzahl der Bewerber überrascht. Gleichzeitig hat uns auch die sehr positive Resonanz in den Medien zum weitermachen angespornt. Sowohl unsere Fachmedien haben darüber berichtet, als auch die Publikumsmedien, was noch wichtiger ist. Die Preisverleihung war bei der Fachmesse ÖBA in Form einer Gala. Hier konnten wir 400 Gäste begrüßen. Auch dies war natürlich ein Erfolg.

ABZ: Sie haben sich Werbepartner für dieses Siegel geholt. War dies schwierig? Welche Effekte versprechen Sie sich dadurch?

Johann Georg Hochleitner: Als Werbepartner haben wir Banken mit in die Auslobung des Preises eingebunden. Dies hat einen doppelten Hintergrund. Zum einen brauchen wir Sponsoren, der die Gala-Veranstaltung zur Preisverleihung finanziert und bei der PR für den Preis mit helfen.

Zum anderen nutzen wir das betriebswirtschaftliche Wissen der Banken, wenn es um die Auswertung der Unternehmensdaten der Bewerber geht. Die Daten werden neutral, objektiv und vertraulich geprüft. Im Pilotprojekt hat sich dies bewährt und soll so fortgeführt werden.

ABZ: Wie wird es mit diesen Preis weitergehen? Wann wird er österreichweit ausgeschrieben?

Johann Georg Hochleitner: Es wird eine Fortführung des Preises geben. Momentan sind wir dabei, einen österreichweit aktiven Sponsor zu suchen. Was wir aber verhindern wollen ist, dass der Preis inflationär vermarktet wird. Deshalb wird es erst 2008 die nächste Runde geben.

Es wird auch in jeder Kategorie nur einen Sieger geben. Die Medien können sich auf diesen Betrieb konzentrieren und diesen vorstellen. Zudem wird es weiterhin unseren Brotwettbewerb geben, der ebenfalls beste PR für die Branche und die handwerklichen Bäckereien ist, und immer anlässlich der ÖBA in Wels stattfindet. (pf)


Artikel vom 25.08.2006
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