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ZV-Jahrestagung: Der Kurs stimmt

Bäckerhandwerk schafft Trendwende beim Umsatz / Hohe Ausbildungsbereitschaft und steigende Azubizahlen


Mainz (kh). Einmal im Jahr treffen sich die Delegierten der 16 Landesinnungsverbände zur Jahrestagung. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks nutzt diese Tagung traditionell dafür, politische und branchenpolitische Themen der letzten 12 Monate aufzuarbeiten und zu kommentieren. Hierzu beleuchten Präsident wie Hauptgeschäftsführer in ihren Berichten die Branche, die politischen Rahmenbedingungen und stellen das Wirken des Verbandes im politischen Konzert dar.

Die wirtschaftliche Lage

Präsident Peter Becker nutzte seinen Bericht an die Delegierten dazu, einmal die globalen wie nationalen Rahmenbedingungen auf das Bäckerhandwerk zu fokussieren. „Die Weltwirtschaft boomt mit einem Gesamtwachstum von rund 7 Prozent. In Deutschland wird das Brutto-Inlandsprodukt in diesem Jahr wohl um 2 Prozent wachsen. Die positive Stimmung der Fußballweltmeisterschaft hat sich auch auf die Wirtschaft übertragen“, so Becker. Gleichwohl hat der Aufschwung und vor allem auch die steigende Nachfrage nach Rohstoffen auch Schattenseiten: „Viel Rohstoffe haben sich dramatisch verteuert, vor allem auch aufgrund der hohen Nachfrage aus China“, so der Präsident weiter. Große Probleme bei der Binnennachfrage sieht er durch die Mehrwertsteuererhöhung auch auf die Bäcker zukommen. „Wir hatten in den letzten Jahren recht moderate Lohnabschlüsse aber eben auch enorme Kostensteigerungen sei es im Bereich Energie, oder im Gesundheitswesen.“ Dennoch leben wir seit langem über unsere Verhältnisse. „Die Staatsverschuldung ist eine unerträgliche Hypothek für zukünftige Generationen“, brandmarkte er das Fehlverhalten der Politik der letzten Jahre. „Die hohen Lohnzusatzkosten, die kurzen Wochenarbeitszeiten, sechs Wochen Jahresurlaub oder auch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sind in der bisherigen Form nicht mehr zu finanzieren“, resümierte der Präsident. „Eine solide Finanzierung der Sozialsysteme ist einzig mit mehr Beschäftigung zu erzielen“, so Becker. Dass sich auf dem Arbeitsmarkt inzwischen eine Trendwende einzustellen scheint, findet seinen Zuspruch. Ebenso, dass es die handwerkliche Backzunft geschafft hat, den negativen Trend sinkender Umsätze umzukehren, wenn auch um den Preis eines weiter fortschreitenden Konzentrationsprozesses, wofür die steigenden, durchschnittlichen Umsatzzahlen je Betrieb ein Beleg sind.

Aus- und Weiterbildung

Die Ausbildungsleistung des Bäckerhandwerks nannte Peter Becker vorbildlich. Die Zahl der Azubis ist im abgelaufenen Jahr mit über 35.000, um mehr als 2.300 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Sorgen macht sich der Präsident aber um die Qualität der Auszubildenden wie der Ausbildung selbst. Es war schon immer ein Anliegen von Peter Becker, die Ausbildung und deren Struktur im Bäckerhandwerk zu verändern und zu verbessern. „Mit der Akademie des Bäckerhandwerks und einer Stärkung der Position der Bundesfachschule haben wir nun ein Instrumentarium und eine Struktur geschaffen, um die Ausbildung auf allen Ebenen voranzubringen,“ so Becker. „Nichts gegen Föderalismus, aber die Aus- und Weiterbildung im Bäckerhandwerk war lange zu föderal aufgestellt.“ Diese Position fand auch die Zustimmung der Delegierten.

Mehr von der Jahrestagung auf S.2


Artikel vom 07.09.2006
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