Branche&Politik

Wolfgang Schäfer ist neuer LIM in Hessen

Delegiertentag des Bäckerinnungsverbands Hessen wählt Verbandsspitze neu / Klaus Hottum zum Ehren-Landesinnungsmeister ernannt


Groß-Gerau (dk). Der Bäckerinnungsverbands Hessen (BIV) hat einen neuen Landesinnungsmeister (LIM). Der bisher als Stellvertreter amtierende Wolfgang Schäfer tritt die Nachfolge von Klaus Hottum an, der dieses Amt über 15 Jahre inne hatte und jetzt zum Ehren-Landesinnungsmeister ernannt wurde. Dies sind die wesentlichen Ergebnisse des Delegiertentages, der im Hotel Adler in Groß-Gerau abgehalten wurde.

Schon zu Beginn dieses gut besuchten Delegiertentages bezeichnete Peter Becker, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks, die Tragweite dieses Verbandstages als historisch für den BIV Hessen: „Man kann oder wird es bedauern, dass Klaus Hottum nicht mehr weiter macht. Aber wenn einer in der Phase des Zenits wechselt, muss es nicht zum Nachteil des Verbands sein.“ Die Betriebe bräuchten starke Innungen und Verbände, „denn nur so haben wir eine Chance, uns gegen die Verordnungen aus Brüssel und Berlin zu stemmen“.

Diesen Faden griff in seinem Situationsbericht auch der noch amtierende LIM Klaus Hottum auf. Die Lobby des Mittelstandes, der in den Sonntagsreden der Politiker doch immer so hoch gehalten werde, sei eine verhältnismäßig schlechte. Die großen Unternehmen, die eigentlich viel weniger Mitarbeiter beschäftigen und zusammen genommen viel weniger Umsatz machen, hätten die besten Verbindungen zu den Politikern.

Die Betriebsphilosophie leben

In seinem persönlichen Resümee der über 15 Jahre an der Spitze des Verbandes nannte Klaus Hottum die Schwierigkeiten, die gleich zu Beginn seiner Amtszeit aufgetaucht waren und die letztendlich dazu geführt hätten, dass die Weichen damals so gestellt wurden, dass der Verband heute entsprechend gut da stehe. Mit Blick auf die Zukunft erwartet er leicht ansteigende Umsätze bei weiter sinkender Zahl der Betriebe: „Die Betriebe werden größer, aber die Zahl der Verkaufsstellen wird relativ gleich bleiben.“ Dies bedeute aber nicht, dass die kleinen Betriebe schlechter oder weniger erfolgreich seien. Wenn die Qualität vorhanden ist und die betriebliche Philosophie gelebt wird, haben die kleineren Bäckereien eine Chance. „Aber Mittelmäßigkeit ist das schlechteste Maß“, so Klaus Hottum zusammenfassend.

Geschäftsführer Stefan Körber wies besonders auf den von Verbandsseite angeregten Widerspruch gegen den Gefahrtarif-Bescheid der BGN hin. Mit dieser Vorgehensweise versuchen die Verbände eine Ungenauigkeit im Kleingedruckten des Bescheids auszunutzen, damit die Betriebe den Verkaufsanteil mit dem Gefahrtarif des Einzelhandels mit momentan 2,1 bewerten können. Weiter machte er die Betriebe auf die unterschiedlichen Regelungen zu den Öffnungszeiten in den angrenzenden Bundesländern aufmerksam. Abschließend wurde die Jahresrechnung präsentiert und Vorstand und Geschäftsführung einstimmig entlastet.

„Ich bin überwältigt von dem Votum“, so Wolfgang Schäfer (53) nach der Bekanntgabe des Ergebnisses zur Wahl des Landesinnungsmeisters (LIM). In der geheim durchgeführten Wahl konnte er die Stimmen aller Delegierten auf sich vereinen. Als Stellvertreter wurden Klaus Nennhuber und Hans Hermann Schröer gewählt. Alle übrigen Vorstandsmitglieder und die Ausschüsse wurden per Akklamation bestimmt.

In einem ersten Blick in die Zukunft sieht der neue LIM als wichtiges Ziel die engere Einbindung der einzelnen Betriebe: „Jedes Innungsmitglied muss spürbare Vorteile gegenüber einem Nichtmitglied haben.“

Mit „standing ovations“ bedankten sich die Delegierten bei Klaus Hottum (64) für seine Leistungen als Landesinnungsmeister. Alle Redner zollten Hottum Respekt, dass er sich bewusst rechtzeitig aus dem Amt zurückziehe und ein wohl geordnetes Haus hinterlasse. „Du hast es geschafft, den Verband zu dem zu machen, was er heute ist“, so Wolfgang Schäfer anerkennend und ernannte ihn zum Ehren-Landesinnungsmeister.


Artikel vom 29.04.2008
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