Snack-Serie

Wo der Laden läuft

Mit Snacks können Sie das Geschäft befeuern – aber auch Geld verbrennen. Wir stellen Ihnen fünf Erfolgsbausteine vor. Nummer 1: Der richtige Standort.


Von Werner Kräling

 

Ein Einkaufsbummel durch Fußgängerzonen gleicht einer Reise durchs Schlaraffenland: Mindestens alle 50 Meter bietet sich die Gelegenheit, einen Burger, eine Bratwurst, einen Fisch oder einen Döner zu essen. Und natürlich belegte Brötchen. Der Kampf um die besten Standorte entscheidet maßgeblich über den Erfolg einer Verkaufsstelle: ein klassischer Nachfragemarkt mit intensivem Vedrängungswettbewerb der Anbieter.

Das Snackgeschäft steht und fällt mit dem Lage der Bäckerei oder Filiale. Stärker als der Brot- und Brötchenverkauf lebt es von Spontankäufen und somit von der Frequenz der vorbeiströmenden Passanten. Zehn Meter näher oder weiter entfernt von einer S-Bahn-Haltestelle können den Umsatz drastisch schmälern oder eben beflügeln.

Wer in das Geschäft einsteigen möchte, sollte potenzielle Standorte genau analysieren. Und: externe Beratung hinzuziehen.

In einer umfassenden Analyse darf eine Bestimmung des Einzugsgebiets, der Zielgruppen und ihrer Kaufkraft sowie der Wettbewerbssituation und weiterer Frequenzbringer (Infrastruktur, Anziehungskraft des Standortes) nicht fehlen, genauso wie eine genaue Umsatzpotenzialanalyse. Gute Berater beziehen hier auch die Umsätze der Mitbewerber ein und zeigen Möglichkeiten auf, im Verdrängungswettbewerb die Nase vorn zu behalten.Eine Mikroanalyse muss derart ins Detail gehen, dass die Anzahl und Laufwege der Kunden genau ermittelt werden.

Die Zahl erschwinglicher 1a-Lagen ist nicht unendlich groß, und viele kleinere Bäckereien sind am Traditionsstandort gewachsen oder betreiben Filialen an Standorten in der zweiten und dritten Reihe. Damit ist allerdings keineswegs das Ende vom Anfang eines erfolgreichen Snackgeschäfts besiegelt: Ganz anders als die Systemgastronomen oder der Lebensmitteleinzelhandel kann das Handwerk sein Konzept schnell und flexibel auf die Bedingungen eines Standorts maßschneidern. Das ist ein unglaublicher Vorteil, der viel zu wenig genutzt wird.

Während ein Fast-Food-Restaurant in Randlagen, im Wohnviertel und selbst in einer Kleinstadt kaum bestehen kann, bieten sich dem Bäckerhandwerk hier außerordentlich attraktive Nischen. Das Snackgeschäft funktioniert an jedem Standort, wenn auch sehr unterschiedlich konzipiert. Ein regional agierender Bäcker oder größerer Filialist hat durchaus die Möglichkeit, sehr verschiedene Filialtypen zu realisieren – ohne seine Corporate Identity und sein Image aufs Spiel zu setzen.

Der Standort entscheidet über fast alles: das Sortiment, seine Ausrichtung, die Preisgestaltung, den Einbezug warmer Gerichte in das Konzept und schlussendlich maßgeblich über den Erfolg.

Wie unterschiedlich diese Symbiose von Standort und Marktauftritt inklusive Snack- beziehungsweise Gastronomiegeschäft ausfallen kann, zeigen Ihnen die drei Beispiele auf dieser Seite.


Artikel vom 28.07.2010
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