Der ABZ – Tipp der Woche

Wirklich Frische anbieten


Hand aufs Herz: In Bäckereien Ware vom Vortag – das kann man nun mal nicht vermeiden. Es wäre ja zu schön, zum Ladenschluss alles verkauft zu haben.

Aber das klappt meistens nicht. Backwarenreste gehören zum Geschäft wie Mehl, Wasser und Salz. Manchmal sind es weniger und manchmal sind es mehr. Aber Reste sind da. Und was soll man mit ihnen machen?

In vielen Bäckereien werden sie am folgenden Tag einfach noch einmal angeboten. Es gibt dazu separate Verkaufsmöbel, aus denen „Ware vom Vortag“ angeboten wird. Das ist wenigstens klar und deutlich ausgeschildert. Und der Kunde erhält diese B-Ware in der Regel billiger.

In anderen Fällen werden Backwaren von gestern hochoffiziell und ohne eine besondere Kennzeichnung nochmals angeboten. Bei manchen Sorten ist das von der Qualität her vielleicht sogar legitim. Es gibt tatsächlich Vollkornbrote, die am zweiten Tag beinahe noch besser schmecken als am ersten. Mit manchen Kuchen ist das genauso. Zu diesem Thema hier einige Gedanken:

Wer sich als „frischer“ Bäcker bezeichnet, für den gibt es in diesem Bereich letztlich nur eine einzige, richtige Methode: Wirklich frisch sein und wirklich auch Frische anbieten! Was abends übrig bleibt, kann deshalb zu vielem anderen verwendet werden. Aber bitteschön nicht mehr zum Verkauf an den Kunden am nächsten Tag.

Jeden Morgen die Theke komplett mit backfrischer Ware aufzufüllen und abends alle Reste ohne Überbleibsel zu beseitigen – nur das ist die einzig klare Richtlinie im Geschäft. Was ansonsten frisch, ein wenig älter, von heute oder von gestern ist – das kann oft das eigene Personal nicht mehr auseinander halten.

Auch wenn man einen Kunden ausdrücklich darauf hinweist, dass er hier etwas von gestern kauft, sollte man über das Image nachdenken, das man damit abgibt. Oder kennen Sie andere Lebensmittelgeschäfte, z. B. Metzgereien mit einer „Schmuddelecke“, in der man „B-Ware“ verkauft? Sie wären sicher begeistert von solch vertrauensbildenden Maßnahmen.

Weitere Informationen:

Ulrich.Stoekle@t-online.de


Artikel vom 27.01.2006
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