INTERVIEW der woche
Wir sind echte Back-Kunden-Versteher
„Wir wachsen mit unseren Kunden. Nur ein zufriedener Kunde ist ein treuer Kunde, der seine nächste Investition mit uns als Partner tätigt“
Die schwedische Sveba-Dahlen Group ist nicht nur in Schweden Marktführer bei Backöfen, Mixer-Technik, Gär- und Kühltechnik sowie Aufarbeitungsanlagen, sondern lange schon weltweit tätig. Die Gruppe erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 50 Mio. Euro. Für die ABZ Anlass sich einmal mit dem Geschäftsführer und Inhaber Kenneth Eliasson über den Markt, die eigenen Pläne und Perspektiven zu unterhalten.
ABZ: Welche Unternehmen gehören eigentlich zur Sveba-Dahlen Group?
Kenneth Eliasson: Lassen Sie mich mit Sveba Dahlen mit Sitz in Fristad/Schweden anfangen. Dort sind rund 110 Mitarbeiter beschäftigt, die einen Umsatz von rund 20 Mio. Euro pro Jahr erwirtschaften. Der Produktionsschwerpunkt liegt traditionell bei Backöfen. Vom Ladenbackofen, über spezielle Pizzaöfen und Etagenöfen bis zu Tunnelöfen reicht hier das Angebot.
ABZ: Sie bauen aber nicht nur Öfen?
Kenneth Eliasson: Nein, zum Angebot von Sveba Dahlen gehören auch leistungsfähige Gärräume und Gefriereinheiten. Aber wir bieten noch mehr: Mit Glimek sind wir auch in der Lage, die gesamte Produktpalette der Aufarbeitungstechnik vom Kneter bis zur Brotanlage herstellen zu können. Allein das macht uns schon zum Systemanbieter im Backsegment.
Darüber hinaus sind wir auch Spezialist im Bereich der Mixing-Technologie. Mit unserem dänischen Unternehmen A/S Wodschow & Co gehören wir hier zu den Weltmarktführern im Bereich der Anschlag- und Planetenrührmaschinen.
ABZ: A/S Wodschow, der Name wird den meisten in Deutschland nur wenig sagen?
Kenneth Eliasson: Das kann sein, aber die Marke Varimixer Bear werden die meisten in Deutschland wohl kennen.
ABZ: Sie sind recht international aufgestellt, in welchen Märkten liegen ihre Schwerpunkte?
Kenneth Eliasson: Wir haben je nach Unternehmensbereich eine Exportquote von bis zu 85 Prozent. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn Schweden ist ein relativ kleines Land. Auf dem heimischen Markt sind wir aber ohne Übertreibung eindeutiger Marktführer sowohl bei Backöfen als auch bei Aufarbeitungs- und Mixingtechnik. Die Gruppe exportiert in über 70 Länder der Welt und wir bauen unsere Vertretungen und Niederlassungen weiter aus.
Weniger als ein Viertel unserer Produkte bleiben in Schweden, der am stärksten wachsende Markt liegt für uns im Osten. Allein mit Russland erwirtschaften wir rund 16 Prozent unseres Umsatzes, die baltischen Staaten sind mit rund 7 Prozent am Ergebnis beteiligt.
Europa ohne die nordischen Länder sorgt für rund ein Viertel unseres Gesamtumsatzes. Nennenswerte Geschäfte machen wir inzwischen aber auch mit Nord-Amerika, in Asien und dem mittleren Osten.
ABZ: Und wie funktioniert der Vertrieb in Deutschland?
Kenneth Eliasson: Hier haben wir seit 1963 einen verlässlichen Partner. Die Rudolf Richter GmbH in Heimsheim. Durch den Zukauf von Glimek haben wir jetzt einen zweiten Partner in Deutschland, die Jürgen Peters GmbH. Da Jürgen Peters im Norden Deutschlands angesiedelt ist, die Richter GmbH in der Nähe von Stuttgart liegt, ist auch der Service inzwischen optimal in Deutschland vertreten.
ABZ: Was unterscheidet die Sveba Dahlen Group von anderen Anbietern im Markt?
Kenneth Eliasson: Wir unterscheiden uns natürlich durch unsere Produkte. Was aber ein wesentlicher Unterschied zu vielen Unternehmen der Backbranche ist, ist die Tatsache, dass wir ganz nahe am Kunden dran sind. Mehr als 85 Prozent aller Innovationen und Weiterentwicklungen unserer Produkte ist durch Anregungen, Gespräche und Diskussionen mit Kunden entwickelt worden. Unsere Produktentwicklung ist also sehr praxis- und kundenorientiert.
Natürlich spielt auch unsere langjährige Erfahrung eine große Rolle. Sveba und Dahlen wurden beide bereits 1948 gegründet und die ersten Öfen wurden ab Mitte der 50er Jahre ausgeliefert.
Seit 1963 haben wir auch Stikkenöfen im Programm, damit gehören wir auch bei dieser Technik zu den Pionieren dieses Systems.
ABZ: Stikkenöfen gab es doch schon eher?
Kenneth Eliasson: Ja, das stimmt, Sveba hat aber 1963 den ersten rotierenden Stikkenofen konzipiert und gebaut.
Übrigens auch als eine Problemlösung aus der Praxis. Bei stehenden Backwagen hatte man bis dato das Problem, dass vor allem Brote in den Öfen ungleichmäßig backten, also haben sich die Techniker Gedanken gemacht, wie man das ändern kann, so wurde der rotierende Stikkenofen geboren.
ABZ: Wem gehört Sveba Dahlen?
Kenneth Eliasson: Die Gruppe ist ein reines Familienunternehmen. In meinen Händen liegt die Mehrheit der Geschäftsanteile. Unsere Eigenkapitalquote liegt bei rund 80 Prozent. Es ist ein Leitsatz unseres Unternehmens, dass wir zunächst genau überlegen, wo wir stehen, bevor wir uns entscheiden, was wir tun.
ABZ: Sie haben hier in Fristand, dem Stammsitz von Sveba Dahlen eine hochmoderne Produktion, wie sehen ihre Pläne für die Zukunft aus?
Kenneth Eliasson: Wie Sie beim Rundgang sicher bemerkt haben, sind wir hier am Standort schon wieder einmal an unseren Kapazitätsgrenzen angekommen. Daher werden wir in Kürze mit einem An- und Neubau beginnen.
Viel wichtiger ist aber die Weiterentwicklung unserer Produkte und da werden wir auf der iba einige interessante Neuheiten präsentieren. Was genau, dass muss noch einige Wochen unser Geheimnis bleiben.
ABZ: iba, da geben Sie ein Stichwort: Wie wichtig ist die Messe für Sie?
Kenneth Eliasson: Für unsere weltweiten Aktivitäten ist das natürlich eine ganz wichtige Messe. Für den deutschen Markt spielen meiner Meinung nach auch die Regionalmessen wie Südback, Internorga und Sachsenback eine wichtige Rolle. Aber wenn es um internationale Kunden geht, dann ist die iba sicher die Leitmesse der Backbranche.
ABZ: Vielleicht noch eine Frage zum Backwarenmarkt in Schweden: Wie sind da die Entwicklungen der letzten Jahre?
Kenneth Eliasson: Der schwedische Backwarenmarkt ist ganz anders strukturiert als der deutsche. Es gibt zwar eine ganze Anzahl von kleineren Handwerksbäckern, die Masse wird aber von wenigen Industriebetrieben hergestellt.
Ein noch junger Trend, aber mit wachsender Bedeutung, sind die Supermarktbäckereien. Hier wird in den Supermärkten in voll eingerichteten Backstuben Brot gebacken, es werden Torten und Kuchen hergestellt und das zu relativ günstigen Preisen. Wir haben als Systemanbieter bereits einige dieser Backstuben eingerichtet.
ABZ: Wie sieht ihre Wachstumsprognose für die nächsten Jahre aus?
Kenneth Eliasson: Wir wachsen ganz klar mit unseren Kunden. Für uns ist die Arbeit nicht zu Ende, wenn wir einen Ofen oder eine Anlage aufgestellt haben, denn für uns gilt: Nur ein auch mit unserem Service zufriedener Kunde ist ein treuer Kunde, der auch seine nächste Investition mit uns als Partner tätigt. Wir sind kundenorientiert und auch das ist eine Stärke, die es zu erhalten und auszubauen gilt. (kh)
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