Aktuell
Werbung um qualifizierte Jugendliche
Bayerische Bäcker betreiben mit der Kampagne „Au Backe... Zukunft?!“ Zukunftssicherung fürs Bäckerhandwerk

Bei der Präsentation der Ausbildungskampagne auf dem Landesverbandstag (von links): Pia Schieborowski, Staatsminister Günther Beckstein, LIM Heinrich Traublinger und Sercan Ünay. Foto: Stumpf
Landesinnungsverband und Werbeagentur informierten über den Ablaufplan 2005/2006 und über die Gründe für die Kampagne. Dabei geht es um die Werbung für den Berufsstand insgesamt, vor allem aber um die Zukunftssicherung. Denn wenn ab 2007 qualifizierter Nachwuchs Mangelware wird, will man nicht zu den Handwerken gehören, die sich mit den Jugendlichen begnügen müssen, die für den Beruf eigentlich nicht geeignet sind. LIM Heinrich Traublinger: „Unqualifizierte und unmotivierte Lehrlinge sind auf Dauer zu teuer für den Betrieb und den Berufsstand.“
Das Bäckerhandwerk sucht „Coole Typen“ und wirbt für Nachwuchs, indem es seine Auszubildenden in die Werbung einbezieht: Mit einem Fotowettbewerb, an dem Auszubildende des Bäckerhandwerks bzw. aus dem Verkauf teilnehmen können, werden Models gesucht, die sich für die weiteren Aktionen zur Verfügung stellen. Den Gewinnern winkt ein Fotoshooting, ihre Bilder stehen in einer Datenbank der Presse für Veröffentlichungen zur Verfügung. Bis zum 12. September können sich die „coolsten Auszubildenden“ unter www.au-backe-zukunft.de bewerben. Das Fotoshooting findet im Oktober statt.
Bereits im September startet ein Wettbewerb an der Filmhochschule München – gesucht wird der beste Dokumentarfilm über das Bäckerhandwerk. Ein weiterer Wettbewerb soll dann im Januar an verschiedenen Modehochschulen stattfinden. Aufgabe: Neue Outfits aus dem schwarz-weiß karierten Hosenstoff, der bereits den Bäckerjungen auf den Plakaten zu „Au Backe... Zukunft?!“ ziert. Im März 2006 erfolgt die Prämierung des Films, noch im 1. Halbjahr die Modenschau mit Preisverleihung.
Professionell unterstützt wird der Landesinnungsverband von der Münchner Werbeagentur „tamTAM communications“. Sie hat Kampagne und Plakate entworfen, betreut die Wettbewerbe und die Presse. Den Innungen wird für die Werbung vor Ort u.a. ein Infostand für Berufsinformationstagen oder Messen zur Verfügung gestellt. Die zur Pressekonferenz freigeschaltete Website gibt Auskunft über Ausbildung und Karrierechancen im Bäckerhandwerk.
Noch kann sich die backende Zunft nicht über mangelndes Interesse bei den Schulabgängern beklagen. Im vergangenen Jahr hat die Zahl der Lehrlinge deutlich zugenommen, gegenüber dem Vorjahr waren es fast 400 Auszubildende mehr. Bei der Qualität hat LIM Traublinger allerdings seine Bedenken. Um vor allem qualifizierte Jugendliche anzusprechen, hält er die Werbekampagne für eine gute Alternative. Natürlich arbeite man bei der Nachwuchswerbung weiterhin mit den Berufsberatern der Arbeitsagenturen zusammen, die jetzt gestartete Aktion des Landesinnungsverbandes allerdings will gezielt motivierte junge Leute für ein modernes Handwerk gewinnen. Inwieweit sich andere Landesverbände daran ein Beispiel nehmen wollen, konnte Traublinger ebenso wenig sagen, wie er die Aktivitäten der bayerischen Innungen abschätzen wollte: Die Kampagne sei ja gerade eben erst gestartet worden.
www.au-backe-zukunft.de
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