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Weinheimer Sauerteig kommt in Tokio gut an

Die Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Weinheim (Bundesfachschule) hat vor Ort deutsche Backprodukte präsentiert


Weinheim/Tokio (p). Das deutsche Bäckerhandwerk und seine Produkte haben in Japan einen hohen Stellenwert. Doch vor allem sind es die Franzosen, die dort als absolute Backspezialisten gelten. So findet man in der japanischen Hauptstadt Tokio mehrere Repräsentanzen französischer Bäckereien, die vor Ort gute Erfolge haben und hohe Preise erzielen. Deutsche Bäckereifilialisten sucht man dort bislang vergeblich. Unser Brot gilt bei Japanern vielfach als hart, sauer und unverdaulich. Um dieses Bild zu korrigieren, nutzte die Akademie Deutsches Bäckerhandwerk die unterrichtsfreie Sommerzeit in Weinheim, um vor Ort die deutsche Backkunst zu präsentieren.

Referate und Backvorführungen

Hierzu waren Direktor Bernd Kütscher und Fachlehrer Robert Schorp auf der Einladung des Japan Institut of Baking nach Tokio gefolgt. Das Japan Institut of Baking kann als das japanische Gegenstück zur Akademie in Weinheim betrachtet werden. Es wird ebenso von der Backbranche des Landes getragen und ist gleichsam gemeinnützig. So wie die Akademie in Weinheim auch Italiener und Franzosen einlädt, um die landesübliche Backkunst in Seminaren vorzustellen, wünschte sich die Japanische Bundesfachschule ein deutsches Seminar mit verschiedenen Vorträgen und Backvorführungen. Die Vorträge von Bernd Kütscher erfolgten dabei in englischer Sprache. Die Backvorführungen wurden von beiden Weinheimern gemeinsam in deutscher Sprache mit Übersetzerin präsentiert.

Neben dem Japan Institut of Baking wurde auch das NKS Cake und Confection College in Tokio als führende Konditoreischule Japans bedient, welche bereits seit zehn Jahren eine Partnerschaft mit der Weinheimer Akademie pflegt. So entsendet die NKS jährlich eine Gruppe japanischer Bäckereifachleute nach Deutschland. Alle Vorführungen in Tokio erfolgten stets vor voller Kulisse.

Insgesamt haben über 250 Personen teilgenommen, darunter die Geschäftsführer und Produktionsleiter aller führenden Bäckereien Japans sowie viele Journalisten. Das allgemeine Interesse galt dabei insbesondere den sehr milden Sauerteigbroten mit Weinheimer Einstufensauerteig, aber auch den vorgestellten deutschen Brötchen, Hefefeingebäcken, Laugengebäcken, Schwäbischen Seelen, Christstollen, Siedegebäcken und auch der Schwarzwälder Kirschtorte.

Angenehm überrascht

Insgesamt zeigten sich die Teilnehmer von der Vielfalt überwältigt und vom Geschmack der Gebäcke angenehm überrascht. Durch die verschiedenen Veranstaltungen wurde den Teilnehmern große Lust auf die iba 2009 in Düsseldorf gemacht, zu der bereits eine Seminarreise vereinbart ist.


Artikel vom 16.09.2008
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