Aktuell
Weg mit den Keimen
Salmonellen bekämpfen / Fehlendes Problembewusstsein
Brüssel (ke/kh). Die EU-Kommission will die Mitgliedstaaten zu massiverem Vorgehen gegen Salmonelleninfektionen veranlassen. Um das Vorkommen der gesundheitsgefährdenden Keime zu senken, wurden zwei Verordnungen erlassen.
Wie es heißt, müssen jetzt alle EU-Mitgliedstaaten Maßnahmen treffen, um die Anzahl der mit Salmonellen infizierten Legehennen um einen bestimmten Prozentsatz pro Jahr zu verringern. Anfang 2007 müssen die 25 EU- Länder ihre nationalen Programme für die Eindämmung von Salmonellen bei Legehennen der EU-Gesundheitskommission vorlegen. Zudem sollen neue Methoden zur Bekämpfung von Salmonellen und verpflichtende Impfungen für Legehennen in Mitgliedstaaten mit einer Salmonellenprävalenz von 10 Prozent oder mehr eingeführt werden. Zusätzlich erwägt die Kommission ein baldiges Handelsverbot für Eier aus mit Salmonellen infizierten Herden.
In Deutschland kommen Salmonellen nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in etwa 30 Prozent der großen Legehennenbetriebe vor. In den skandinavischen Ländern liege die Quote unter einem Prozent, in einigen osteuropäischen Ländern bei 65 Prozent oder gar darüber. Salmonellen werden vor allem über infizierte Legehennen auf Eier übertragen. Werden diese nicht ausreichend gekocht, können Menschen an Salmonellose erkranken. 2004 erkrankten in der EU 192.000 Menschen an Salmonellen.
Nach geltendem Produkthaftungsgesetz kann eine Infektion durch Salmonellen bei Kunden einer Bäckerei auch zu erheblichen Schadenersatzforderungen führen. Dennoch ist in manchen Betrieben die Problematik „Salmonelleninfektion“ noch nicht angekommen. Wie sonst kann man sich erklären, dass es in den letzten Wochen immer noch Betriebe gab, die Kuchen mit nicht durchgebackenen Füllungen ungekühlt angeboten haben und das bei Temperaturen über 30 °C.
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