Branche_Politik

Wahlen auf den Herbst verschoben

Landesverbandstag des Bäckerhandwerks Sachsen-Anhalt ohne LIM Hagemann


Halberstadt (tay). Beim 12. Landesverbandstag des Bäckerhandwerks Sachsen-Anhalt in Halberstadt wurde aufgrund der schweren Erkrankung ihres Landesinnungsmeisters Herman Josef Hagemann die Tagesordnung um einige Punkte geändert. Der umfangreiche Erfahrungsaustausch der Bäcker und das informative Beisammensein bildete den Rahmen der Versammlung.

„Der Tagesordnungspunkt ,Wahl des Landesinnungsmeisters mit den damit verbundenen Wahlen für den Vorstand, des Stellvertreters, der Vorstandsmitglieder und Rechnungsprüfer sollte nach unseren Vorstellungen wegen der Erkrankung unseres Kollegen auf den Herbst verlegt werden“, so Geschäftsführer Dr. Andreas Baeckler. Der Verband würdigte damit die engagierte Arbeit von Herman Josef Hagemann, der sich über viele Jahre für den Verband verdient gemacht hat und wünschte eine schnelle Genesung. Die 23 stimmberechtigten Mitglieder der Versammlung unterstützten den Antrag zur Änderung der Tagesordnung mit einem einstimmigen Votum.

Schlechte Wachstumschancen

Stellvertretend für Hermann Josef Hagemann verlas der Geschäftsführer den Bericht des Landesinnungsmeisters. Wie bereits 2006 wurde auch im aktuellen Bericht nicht mit Kritik an der Regierung gespart, „von deren Seite wir für unser Handwerk konkrete Schritte vermissen.“ So würden die Chancen für ein Wachstum 2010 im Handwerk schlecht aussehen, die Arbeitslosenzahlen zunehmen „und die drastischen Verschlechterungen der Kostenanforderungen werden uns weiter zu schaffen machen.“

Auch drücken wettbewerbsverzerrende Aspekte durch immer weniger Handwerksbetriebe die Branche. Derzeit gibt es im Landesverband 198 Betriebe in 17 Innungen. Die Altersstruktur der Obermeister im Jahr 2008 zeigt: 31 Prozent bis 50 Jahre, 38 Prozent bis 60 Jahre, 13 Prozent bis 70 Jahre und 25 Prozent über 70 Jahre.

Dem Bäckerhandwerk wird in dem Bericht der Spiegel der Öffentlichkeit vorgehalten. Es gelte, sich das kritische Instrument der Eigenkontrolle durch verschiedenen Prüfungen zu bewahren. „Dieses Engagement wird allerdings nicht immer von den Kreishandwerkerschaften würdig erwähnt.“ Als Schlussbemerkung wurde die Politik in die Verantwortung genommen, „denn dort muss eingesehen werden, dass wir als Handwerk nicht nur als Wähler zu sehen sind.“

Im Tagesordnungspunkt Haushalt 2008 tauchte bei den Mitgliedern die Frage auf, was die sogenannten Testkäufe und die damit verbundenen Ausgaben beinhalten. „Marika Krause ist unsere Testkäuferin“, erklärte der Geschäftsführer Dr. Andreas Baeckler. Bewertet werden etwa anonyme Verkaufssituationen in den Geschäften oder das Testen des Fachwissens der Verkäuferinnen. Zusammengefasst in Bewertungen findet dann ein Gespräch in den Betrieben statt.

Differenzen in punkto Lohn

Eine Lohn- und Gehaltsempfehlung des Landesinnungsverbandes fand nicht bei allen Anwesenden Zustimmung. „Betreiben Sie eine differenzierte Anwendung und agieren Sie im Interesse Ihres Betriebes“, glättete Dr. Andreas Baeckler die unterschiedlichen Meinungen.

Das Gütesiegel und eine damit verbundene Profilierung und Marktorientierung des Bäckerhandwerks stand im Mittelpunkt eines Vortrags von Dr. Joachim Vogel, Leiter der Technologie-Transfer-Stelle. „Wir müssen eine fundiert vorhandene Kompetenz geschäftswirksam umsetzen.“ Ideen aus anderen Regionen können einfließen, „sollten aber nicht kopiert werden“, so Vogel.

Die Gestaltung des Gütesiegels, die Umsetzung der Zertifizierung und die vorbereitende Öffentlichkeitsarbeit sind derzeit aktueller Arbeitsstand. In der Endphase steht dann die Gestaltung, deren Ergebnis von den Betrieben angenommen werden müsse und das den Bäckern Mut geben sollte, etwas anzupacken und zu bewegen. Wie etwa mit dem Slogan „Sachsen-Anhalts Bäcker, unschlagbar lecker“.

Im Schlusswort rief Dr. Andreas Baeckler dazu auf, gemeinsam zum Bäckerhandwerk zu stehen. Auf einen festlichen Ball verzichteten die Mitglieder der Innungen in diesem Jahr. Stattdessen gab es einen gemütlichen Abend mit Buffet und einem kleinen Rahmenprogramm.


Artikel vom 03.06.2009
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