Aktuell

Vordenker der Branche ausgezeichnet

Bäckerei Härdtner erhält auf der Anuga den Innovationspreis Bio-Lebensmittel-Verarbeitung 2005


Köln (gm). Bio-Lebensmittel haben sich zum Wachstumsmarkt entwickelt. Bio gilt als Zukunftsmarkt der Food-Branche schlechthin. Dreiviertel aller Konsumenten entscheiden sich teils gelegentlich, teils regelmäßig für Bio-Produkte, ergab das Emnid-Ökobarometer vom Juni 2005. Auch auf der Anuga stand daher dieser starke Markt mehr denn je im Rampenlicht. Die Bio-Branche stellte auf der Anuga nicht nur ihre Produkte, sondern ihre Innovationskraft vor. Sechs erfolgreiche Vordenker der Branche wurden mit dem Innovationspreis Bio-Lebensmittel-Verarbeitung 2005 auf der Anuga ausgezeichnet.

In der Kategorie Handwerk ging der 1. Preis an die Dresdner Bucheckchen Biokonditorei des Bäcker- und Konditormeisters Thomas Heller für Torten, Eis und Stollen in Bio-Qualität und in der Kategorie Großunternehmen an die Bäckerei Härdtner aus Neckarsulm für die Entwicklung von „Goldkeimlingen“.

Den bereits 2003 zum ersten Mal vergebenen Preis vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft wurde in diesem Jahr von der Münchner Schweisfurth-Stiftung in Kooperation mit der KoelnMesse/Anuga ausgeschrieben. In den Bereichen „Verarbeitung & Rohstoffe“ überzeugte die Bäckerei Härdtner mit der Entwicklung optimiert gekeimtem Getreide in Flockenform, den „Goldkeimlingen“. „Das Besondere an dieser Innovation ist, dass das uralte Lebensmittel Getreide auf völlig natürlicher Basis neuen gesundheitlichen Nutzen stiftet. Mit dem Preis wird die jahrelange Forschung von Härdtner gewürdigt, auf deren Ergebnisse auch andere Bäckereien zurückgreifen können“, so die Jury in ihrer Begründung.

Vitamine nutzbar gemacht

In Zusammenarbeit mit Rolf Härdtner gelang es den Grundlagenforschern Dr. Manfred Otto und Dr. Wolfgang Wiesner vom Fraunhofer Institut, Vitamine und Mineralstoffe in Vollkornbroten für den Menschen tatsächlich nutzbar zu machen. Die Vitalstoffe in den Randschichten des Getreidekorns liegen üblicherweise in einer Phytinsäure-Verbindung und können von unserem Verdauungssystem nicht „geknackt“ werden. Otto und Wiesner nahmen den pflanzlichen Stoffwechsel unter die Lupe und entwickelten einen Keimapparat, in dem binnen Stunden die so genannten Goldkeimlinge entstehen. Deren Phytinsäure wird so um- und abgebaut und Vitamine und Mineralstoffe werden bioverfügbar. Außerdem entwickelt sich beim Keimen ein seltener sekundärer Pflanzenstoff, den Mediziner als Beitrag zur Krebsvorbeugung betrachten. Goldkeimlinge liefern darüber hinaus lösliche und für den gesunden Darm unentbehrliche Ballaststoffe.

1996 setzte Rolf Härdtner die Erkenntnisse der Wissenschaftler in seiner großen Handwerksbäckerei um mit Hilfe eines eigens entwickelten Herstellungs- und Backverfahren, um die positiven Eigenschaften der Goldkeimlinge auch im fertigen Brot zu erhalten. Das Brot mit dem geschützten Markennamen „E`sener“ kam 2003 in die Reform- und Naturkostläden. Dann erarbeiteten Härdtner, Dr. Otto und Dr. Wiesner in ihrer neugegründeten Firma Owisan mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministerium ein Trocknungsverfahren, das die Lagerung der Goldkeimlinge ermöglicht und damit auch Müsli und Bratlinge zubereitet werden können. Das „E`sener“ kam gut an. Auch Käufer von konventionellem Brot stiegen auf die E`sener Bio-Sorten um. Das T-Mobile-Team ernährte sich währen der Tour de France von E`sener Brot und Müsliriegeln mit Goldkeimlingen. „Die Innovation erweitert den Bio-Markt“ begründete die Jury ihre Punktvergabe auch im Bereich „Marketing“.

Vorbildliche Mitarbeiterführung

Härdtner ist ein familiengeführtes Unternehmen mit vier eigenständigen Handwerksbetrieben in Heilbronn und Dresden, betreibt zusammen 80 eigene Filialen und liefert national und international das E`sener Brot an den Fachgroßhandel und via Internet. 830 Mitarbeiter sind bei Härdtner beschäftigt.

Als Preisträger erkannte die Jury Härdtner auch wegen beispielhafter Mitarbeiter Orientierung einen hohen Vorbildcharakter zu. Die Ausbildung von 130 jungen Menschen, kostenlose Betriebsverpflegung, Stipendien für Mitarbeiterkinder, Beratung in Notsituationen und Kostenübernahme von medizinischen Behandlungen sind nur einige Beispiele für die Unternehmenskultur von Härdtner.


Artikel vom 21.10.2005
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Fokus vom 21.10.2005:

Bäcker und Metzger auf Trab gebracht
Appetit auf Tk-Kost wächst
Nahrungsmittel etwas teurer
Bohnenkaffee stagniert
Einer allein ist langweilig
„Informieren, was läuft“
Deutsche lieben ihre Discounter
Zwei Richtungen bei Ernährungsweisen
Zeitaufwand herausgestellt
Werbewirtschaft wehrt sich

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Fokus


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Tomaten-Brötchen
Rezept der Woche Gebäck mit Haferkleie und getrockneten Tomaten mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!