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Vorbeugend aktiv gegen Unkrautbewuchs

Im Bio-Landbau wird auf Fruchtwechsel und mechanische Maßnahmen gesetzt / Felderführung für Backbetriebe auf Gut Rosenkrantz


Hohenwestedt (p). Wie geht der Landwirt beim ökologischen Landbau mit Dünger und Unkrautbekämpfung um? Dies ist eine Frage, die bei der Entscheidung für oder gegen Bio häufig gestellt wird. Die Frage, was ist anders am Produkt Biomehl und -schrot lässt sich prinzipiell nur an der Quelle – bei einer speziellen Felderführung für Backbetriebe – verdeutlichen. Hier bietet sich eine gute Gelegenheit, etwas über die Andersartigkeit des ökologischen Landbaus zu erfahren.

Das Gut Rosenkrantz ist ein viehloser Betrieb und bewirtschaftet bei Kiel am Nordostseekanal einen 400 ha großen Bioland-Betrieb. Da dem Gut nur geringe Mengen an organischem Dünger zur Verfügung stehen und es als Bio-Betrieb keinen leicht löslichen Mineralstoffdünger benutzt, setzt Gut Rosenkrantz auf Leguminosen. Zu der Gruppe der Leguminosen gehören Klee oder Ackerbohnen, die die natürliche Gabe haben, Luftstickstoff mit Hilfe von Wurzelbakterien zu pflanzenverfügbaren Bodenstickstoff umzuwandeln. Leguminosen sind für Öko-Betriebe die wichtigste Quelle, zusätzlich Stickstoff in den Nährstoffkreislauf zu bringen. Die Methode ist keineswegs neu und auch für den, der auf den Einsatz von Mineralstoffdünger im eigenen Garten verzichten möchte, eine fruchtbare Alternative.

Neben weiteren Faktoren wie Sortenauswahl und Bodenqualität ist eine gute Pflanzenernährung im Bio-Landbau essentiell für eine hochwertige Mehlqualität. Denn weitere Einflussnahmen auf die Qualität nach der Ernte sind sehr gegrenzt. Beispielsweise dürfen Weizenmehlen nach den Bioland-Verarbeitungsrichtlinien weder Ascorbinsäure noch enzymatische Backmittel zugesetzt werden.

Fruchtfolge ist wichtig

Unter dem Begriff Fruchtfolge versteht man den Wechsel verschiedener Kulturen auf einem Acker über mehrere Jahre hinweg. Die Fruchtfolge hat auf Gut Rosenkrantz wie im Öko-Anbau allgemein eine wichtige Funktion bei der Unkrautunterdrückung. Der Wechsel von Halm- und Blattfrüchten, von Sommer- und Winterungen, von Humus mehrenden und zehrenden Arten erhält und steigert die Bodenfruchtbarkeit. Auch wenn gerade derzeit der wirtschaftliche Reiz besteht, möglichst viel Getreide anzubauen, muss die Fruchtfolgeplanung eingehalten werden.

„Was unternimmt man denn im Ökolandbau gegen Unkräuter?“ wollen viele Besucher auf Felderführungen wissen. Chemische Pflanzenschutzmittel und damit Herbizide zur Unkrautbekämpfung sind nicht erlaubt. Vorbeugende Maßnahmen werden durch den beschriebenen Fruchtwechsel erzielt. Darüber hinaus wird im Ökolandbau der Boden mechanisch bearbeitet. Striegel und Getreidehackgeräte sind im Ökolandbau unerlässlich

In der Praxis des Ökolandbaus wird auch schon nach der Saat „blind“ gestriegelt. Dabei werden vor Aufgang der Saat die feinen Keimfäden der Unkräuter durch den Striegel erfasst.

Fazit einer Felderführung auf Gut Rosenkrantz: Der Biolandbau funktioniert nicht durch Weglassen von Chemie, sondern ist ein hochwertiges und komplexes Anbausystem, das sehr viel Fachwissen und Engagement verlangt. Ähnlich wie das Backen ohne synthetische Backhilfsmittel.

Felderführung (kostenfrei)

13. Juni 2008 um 13 Uhr

Informationen:

Gut Rosenkrantz

Handelsgesellschaft mbH

Oderstraße 45

24539 Neumünster

Tel: 04321-9900

www.gut-rosenkrantz.de


Artikel vom 27.05.2008
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