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Von Konjunkturanstieg nicht profitiert

IHM: Besucherschwund gegenüber letztem Jahr / In 2008 soll früher Start den Abstand zur Internorga vergrößern


München (ke). Die Rekordmarke von mehr als 200.000 Besucher in 2006 hat die 59. Internationalen Handwerksmesse (IHM) nicht erreicht, was sich wohl schon zu Beginn der Messe abzeichnete, denn auch die Ausstellerzahl lag um 200 niedriger, als im März letzten Jahres. Mit 175.000 Besuchern waren zur diesjährigen IHM (8. bis 14. März 2007) fast 30.000 Besucher weniger auf das Messegelände München-Riem gekommen, als im Vorjahr.

Den Besucherrückgang auf den drei parallel laufenden Veranstaltungen – Metall-, Garten- und Handwerksmesse – begründete GHM-Pressesprecher Ulrich Probst u.a. mit einem Strukturwandel im Handwerk. Dabei hatte die erstmals stattgefundene „metall“ – Europäische Fachmesse für Metallbearbeitung – allein 17.000 Gäste gebracht, einen Teil davon jedoch bereits einen Tag vor der IHM-Eröffnung, so dass die Handwerksmesse hier nicht von Kombi-Eintrittstickets profitierte. Zur Ausstellerzahl allerdings kamen hier 230 Firmen hinzu, weitere 220 Aussteller zeigten alles rund um Gartenkultur und Pflanzen in den Hallen der Garten München.

MBKplus wieder in 2008

Das Konzept einer begleitenden Branchenmesse rief die Gesellschaft für Handwerksmessen (GHM) im vergangenen Jahr mit einem großen Fachangebot für Besucher der Lebensmittelhandwerke und der Gastronomie auf der Hoga München und der MBKplus ins Leben.

Der viertägige „Markplatz für Metzger, Bäcker, Konditoren“ fand gemeinsam mit der Gastronomiefachmesse Hoga in der zweiten IHM-Woche parallel zur Handwerksmesse statt. Rund 28.500 Besucher informierten sich hier über die Angebote der 400 Aussteller. Ihretwegen wurde die nächste IHM auf die Zeit vom 28. Februar bis 5. März 2008 vorverlegt.

Die Hoga fand 2007 im Januar in Nürnberg statt. 2008 kommt sie zusammen mit der MBKplus vom 2. bis 5. März 2008 wieder nach München. Den frühen Termin begründete GHM-Geschäftsführer Franz Reisbeck damit, eine Überschneidung mit der Internorga in Hamburg, die für das Bäckerhandwerk eine große Rolle spielt, zu vermeiden.

Politik und Handwerk

Eröffnet wurde die 59. Internationale Handwerksmesse von Wirtschaftsminister Michael Glos, zum Spitzengespräch der Deutschen Wirtschaft kamen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Dieter Hundt (BDA), Jürgen R. Thumann (BDI), Ludwig Georg Braun (DIHT) und ZDH-Präsident Otto Kentzler. Sie alle bescheinigten dem Handwerk eine positive wirtschaftliche Lage, waren allerdings unterschiedlicher Ansicht darüber, wie sie zustande kam und wie sie stabilisiert werden kann.

Privates noch besser absetzen

Die Politiker verwiesen auf bislang fürs Handwerk durchgesetzte Beschlüsse, einige könnten sich gar weitere Erleichterungen vorstellen. Laut Wirtschaftsminister Michael Glos habe sich beispielsweise der Steuerbonus auf Handwerkerdienstleistungen als sehr erfolgreich erwiesen, obwohl die erhöhte Mehrwertsteuer die bisher bestehende Anreizwirkung der Förderung mindere.

Deshalb sollte die Steuergutschrift von derzeit 20 auf 25 Prozent der Rechnungen auf Handwerkerleistungen in Privathaushalten auf bis zu 1000 Euro erhöht werden. Die Forderung von ZDH-Präsident Otto Kentzler, die Grenze auf 4000 Euro zu legen, stieß bei den Ministerpräsidenten Kurt Beck (Rheinland-Pfalz) und Edmund Stoiber (Bayern) allerdings auf wenig Gegenliebe: die Länder fürchten Einschnitte beim Steueraufkommen, die sie sich gerade jetzt nicht leisten könnten.

Erbschaftssteuer rasch klären

Die Bundeskanzlerin meldete eine Übereinstimmung mit den Wirtschaftsrepräsentanten über die grundsätzliche Zielsetzung der Unternehmenssteuerreform.

Das betreffe sowohl die Steuerbelastung, die mit unter 30 Prozent nun international wettbewerbsfähig werde, als auch die Anstrengung, Personen- und Kapitalgesellschaften rechtsformähnlich zu besteuern. Sie versprach allerdings Nachbesserungen, denn das Ziel, bis zum Jahr 2010 für Forschung und Entwicklung drei Prozent der Aufwendungen des Bruttoinlandsproduktes aufzuwenden, könne nur von Wirtschaft und Staat gemeinsam erreicht werden. Angela Merkel kündigte zudem ein rasches Vorgehen bei der Erbschaftssteuerreform an. Nach wie vor soll die Befreiung von der Erbschaftssteuer für den Fall des zehnjährigen Beibehaltens des Kapitals im Unternehmen rückwirkend zum 1.Januar 2007 kommen.


Artikel vom 22.03.2007
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