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Von Bankern, Brötchen und Bäckern

Die Bäckerei in der Bank oder Sparkasse ist ein Testmodell, das durchaus erfolgversprechend ist


Berlin/Stuttgart (kh). Jahrelang wurde der Bankkunde, egal ob bei Privatbanken, der Volksbank oder den Sparkassen aus den heiligen Hallen des Geldes verbannt. SB-Terminals spucken Geld aus, erledigen Überweisungen und drucken die Kontoauszüge. Die Devise der Banken lautete: Personalkosten sparen. Bisweilen gleichen die Schalterhallen vieler Banken denn auch einer Zwei-Klassen-Gesellschaft. Otto Normalverbraucher führt den Kampf um einen freien SB-Terminal und nur wenige – meist Schlipsträger – fanden sich in der eigentlich Halle der Bank.

Wiederbelegungkonzepte

Die bisweilen gähnende Leere führte nun bei einigen Kreditinstituten dazu, ihre großzügigen Schalterhallen anderweitig, jenseits des Bankgeschäftes zu beleben. Die Einkaufsmeile in der Schalterhalle wurde als Verkaufskonzept geboren. Experimentiert wird mit Apotheken, Modegeschäften, Bio-Läden und auch mit Bäckern. Die Idee ist dabei nicht ganz neu, denn bereits 2001 berichtete die ABZ über die Bäckerei Pauly aus Bad Homburg, die sich erfolgreich als Untermieter in einer SB-Filiale der örtlichen Sparkasse eingemietet hat.

Frequenz lockt Kunden

Deutschlands größte Bank, die Deutsche Bank, hat in der Friedrichstraße in Berlin einen Modellshop eröffnet. Im vergangenen Jahr besuchten diesen rund 200.000 Kunden, durchschnittlich rund 1000 am Tag. Die Frequenz auch für einen Backshop ist somit mehr als ausreichend. Die Bänker experimentieren aber noch, welche Geschäfte zu ihnen passen. Im dreimonatigen Turnus wird gewechselt. Schließlich braucht ein guter Banker erst einmal Zahlen und Erfahrungswerte. Dass die Bäcker sehr wohl im Fokus der Geldbranche liegen, zeigt nicht nur der erste Backshop in einer Bank in Berlin, auch die Sparkasse von Ludwigsburg liebäugelt mit einem 3B Konzept (Bank, Brötchen, Brot).

Weiteres Wachstum

Vor allem die Sparkassen sind bezüglich neuer Untermieter sehr experimentierfreudig.

Neben dem Backshop in Ludwigsburg hat die Berliner Sparkasse bereits seit längerem einen Großbäcker an Bord. Ähnliche Überlegungen macht sich auch die HASPA (Hamburger Sparkasse). In Nürnberg könnte man sich die Kooperation mit Apotheken vorstellen und die Sparkasse in Forchheim denkt über ein Nahversorgungszentrum sogar mit einem Metzger nach. Grundsätzlich bieten sich Kreditinstitute vor allem dann als Standorte für Backbetriebe an, wenn diese gut frequentiert sind. Hohes Kundenpotenzial ist und bleibt eine Grundvoraussetzung für erfolgreichen Verkauf.


Artikel vom 25.08.2006
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