Meinung

Vom Heuern und Feuern


Manche Chefs, Bosse, Unternehmer kommen mir manchmal vor wie Djangos aus drittklassigen Wildwestfilmen. Eine staubige Dorfstrasse, ein Saloon und im Hintergrund „Spiel mir das Lied vom Tod“. Zwei Cowboys mustern sich und dann geht das Geballere los. Genau so sind gewisse „Chefs“, die nach solcher Manier mit ihrem Personal umgehen und Rausschmisse fristlos niederstrecken. So brüstete sich neulich der Leiter einer Großbäckerei vor mir, er habe seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr jetzt schon zwei Drittel des Personals „gewälzt“. Alte entlassen und dafür Neue und Frische eingestellt. Das sei seine Methode: Wo man am Arbeitsplatz zu sehr sesshaft wird, schleichen sich Lässigkeit und Schlendrian ein. Immer auf dem Schleuderstuhl sitzen, das erhöhe das Arbeitsadrenalin! Zugegeben: Bei bestimmten Personalentscheidungen muss sich ein Unternehmer wirklich wie ein Django verhalten: Diebstahl oder Zersetzung. Wer da „zwei Augen zudrückt“, riskiert, dass es Nachahmer in seiner Firma geben wird. Aber ansonsten sollte man doch eher bemüht sein, seine Leute möglichst lang an sich zu binden. Gerade in unserer Branche sind gewohnte Gesichter wichtiger als anderswo.

Die Bindung von Kunden läuft extrem über das Personal. Die altbekannte Verkäuferin, die einen immer so nett bedient, ist so wichtig wie das Brot selbst. Wer es deshalb als Kunde alle sechs Monate mit neuen Gesichtern zu tun hat, ist enttäuscht, wenn „seine“ geliebte Bedienung nicht mehr da ist. Zudem bekommt die Bäckerei selbst bei zu viel Veränderung – schwäbisch gesagt: ein „Gschmäckle“ – nach dem Motto: „Bei dem Bäcker kann ja irgendetwas nicht stimmen, wenn es keiner länger als ein paar Wochen bei ihm aushält.“

Informationen:

Telefon 0160 99111287

www.us-beratung.de


Artikel vom 24.02.2010
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