Trends & Märkte

Vollkorn- und Weizenbrote im Trend

Mischbrote verlieren Marktanteile / Weißbrot bei jungen Kunden beliebt


Berlin p). Die Vorliebe der Deutschen für Brot ist ungebrochen, richtet sich aber verstärkt auf ganz bestimmte Sorten. Wie Dr. Heiko Zentgraf von der Vereinigung Getreide-, Markt- und Ernährungsforschung (GMF) vor Pressevertretern in Berlin erklärte, vollzieht sich zum einen ein Trend in Richtung Vollkorn- und Schrotbrote, während andererseits auch helle Weizenbrote und Toast immer beliebter werden.

„Der große Bereich der Mischbrote spielt aktuell nicht mehr die dominierende Rolle“, betonte Zentgraf unter Hinweis auf das aktuelle „Trendbarometer Brot 2006/07“ (siehe weiteren Bericht auf dieser Seite) der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA). Laut dieser repräsentativen Erhebung haben die Bundesbürger wieder deutlich mehr Appetit auf Schwarzbrot. So stieg der Anteil der Befragten, der Vollkornbrote als „Lieblingsbrotsorte“ nannte, gegenüber dem Jahr 2000 um 8 Prozentpunkte auf 28 Prozent. Weizenbrote bezeichneten 15 Prozent als Lieblingssorte, das waren ebenfalls 8 Prozentpunkte mehr als zum Auftakt des Jahrtausends. Im Gegenzug fiel die Beliebtheit von Mischbroten in der Rangskala deutlich zurück. Zentgraf gestand bei der Präsentation der Zahlen aber auch zu, dass die Umfrageergebnisse sich nicht unbedingt mit dem tatsächlichen Einkaufsverhalten decken. So bezifferte er den Marktanteil von Vollkornbroten auf 10 % bis 15 Prozent. Im Getreidewirtschaftsjahr 2006/07 stellten die deutschen Mühlen laut GMF-Angaben rund 5,7 Mio t Mehl und Schrot aus Weizen und Roggen für die Verwendung im Inland her. Der Roggenanteil lag dort bei rund 14 Prozent.

Weltmeister der Sorten

Hinter den Trends zu Vollkornbroten einerseits und Weizenmischungen andererseits verbirgt sich eine enorme Vielfalt im Bäckereigewerbe. „Wir sind Weltmeister bei den Brotsorten“, unterstrich der Getreideexperte Prof. Jürgen-Michael Brümmer aus Detmold bei der Veranstaltung in der Bundespressekonferenz. Die weltweit einmalig große Vielfalt des Brotsortiments liege an der für Deutschland charakteristischen Kombination von Weizen und Roggen in den Rezepturen der Bäcker sowie an der unvergleichlichen Angebotsbreite von Spezialitäten. Die Trends bei den Brotsorten seien auch an regionale und soziale Muster gebunden.

So erfreut sich Zentgraf zufolge Weißbrot besonders bei der jungen Generation wachsender Beliebtheit, während die „Vollkornfans“ am häufigsten in der Altersgruppe der 30- bis 50-jährigen zu finden sind. Die zuletzt insgesamt weniger beliebten Mischbrote werden überdurchschnittlich häufig in Ostdeutschland verkauft, wo diese Brotsorten traditionell stark vertreten sind.

Klare Kennzeichnung

Zufrieden zeige sich Zentgraf mit dem Verbraucherschutzniveau auf dem Markt für Brot und Backwaren. „Wir hatten keine Skandale, weil die Kennzeichnung so klar geregelt ist“, sagte der Ernährungswissenschaftler aus Bonn mit Blick auf die für Produktion und Vermarktung in Deutschland verbindlichen Leitsätze, wonach beispielsweise ein Vollkornbrot zu mindestens 90 Prozent auch aus Vollkorn hergestellt werden muss.


Artikel vom 06.09.2007
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