Trends & Märkte
Viel, schnell, gut, billig und gesund
Vortrag von Ernährungspsychologe Dr. med. Thomas Ellrott: „Wie ernährt sich der Verbraucher in der Zukunft?“

Dr. med. Thomas Ellrot präsentierte Ernährungstrends, die durch die Globalisierung geprägt sind. Fotos: Wolf
„Eating on the move“
Convenience sei ein Trend, der ungebrochen ist und habe mit dem „Mealreplacement“ –mit Riegeln, die alles enthalten, was man so braucht – seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht.
Gleichzeitig haben wir es mit einer Zunahme des Außer-Haus-Verzehrs zu tun. Mc Donalds, Sky Chefs (Lufthansa-Versorgungsservice) und Tank & Rast seien die Großverdiener in diesem Segment. Und Bahnhöfe hätten sich zu 24-Stunden-Fast-Food-Restaurants entwickelt. Gegessen wird eben zunehmend unterwegs und en passant. Richtig neu sei, dass hier jetzt auch zunehmend wenig energiedichte Lebensmittel auf den Markt kommen, also sogenanntes „Gesundes Fast-Food“ angeboten wird.
„Eating on the move“ sei einer der großen Ernährungstrends. Dazu gehöre das gesamte Take-Away-Sortiment, die Pizzabring-Dienste, die Drive-Ins und das damit verbundene Fingerfood. Folglich gebe es auch einen Wertewandel in der Gastronomie. Die klassische Mahlzeit werden immer mehr vom allgemeinen Foodservice abgelöst. Dazu gehöre auch die Event- und Szenegastronomie oder das Front-Cooking mit all ihren kuriosen Ausprägungen.
Schließlich sei noch Functional Food als großer Trend zu nennen, so Dr. Ellrot. Der Supermarkt als Apotheke. Das bekannteste Produkt mit nachgewiesen positiver Wirkung sei die cholesterinsenkende Margarine becel pro-activ. In dem Zusammenhang seien auch die High-Tech-Getränke und die ganzen Nährstoffsupplements zu sehen (Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe). Alles unter der Maßgabe von Wellness und Gesundheit.
Um dem Verbraucherwünschen noch stärker zu entsprechen, sei außerdem eine Zunahme der Portions- und Verpackungsgrößen festzustellen. „Denn die Kunden wollen für möglichst viel für möglichst wenig Geld“, betonte Dr. Thomas Ellrot. Auch Supersizing ist in. Nicht umsonst gibt es Maxi-, Mega- oder Supermenüs oder -packungen. Somit werde automatisch eine größere Menge abgesetzt, denn das Auge bestimme beim Sattessen mit. Erst wenn die Packung oder der Teller leer sei, sei man wirklich satt.
Auf der anderen Seite sei es aber auch der verunsicherte und bewusste Verbraucher, der gewisse Trends präge. Hier sei die Biokost zu nennen. Die Argumente seien: Gesunde, ursprüngliche Lebensmittel, die aus nachhaltiger Landwirtschaft stammen und ein hohes Maß an Sicherheit bieten, nicht genmanipuliert zu sein.
Und schließlich dürfe der Genuss nicht zu kurz kommen. Ein Trend, der durch die Slow-Food-Bewegung aufgegriffen wird und der immer mehr Verbraucher anspreche.
„Essen muss schmecken, schnell zuzubereiten , billig und gesund sein“, so das Fazit von Dr. Ellrot.
Aktion „Kinderleicht“
Gerade Ursprünglichkeit und Genuss seinen Trends und Argument, die vom Bäckerhandwerk aufgegriffen werden sollten.
Konkret will man dies mit einer Kooperation mit der IKK in Niedersachsen umsetzen. „Kinderleicht“ heißt die Aktion, die im Herbst gestartet werden soll und bei der in Zusammenarbeit mit der Bäckerfachschule Hannover Pausensnacks entwickelt werden, die trendy und gesund sind. Mit diesen Produkten könne das Bäckerhandwerk in Sachen gesunde Ernährung eindeutig seine Qualitätsführerschaft unter Beweis stellen, betonte Uwe Klink, bei der IKK zuständig fürs Marketing, auf der Tagung des BIV Niedersachsen in Göttingen. Begleitet wird diese Aktion durch intensive Verkaufsförderung und entsprechende Marketingaktionen, um den Kindern, aber auch Erwachsenen gesunde Ernährung aus dem Bäckerfachgeschäft schmackhaft zu machen und so einen Beitrag gegen die grassierende Übergewichtigkeit zu leisten. Somit könne das Bäckerhandwerk immerhin von den Trends „Gesunde Ernährung und Genuss“ profitieren und sich positiv positionieren. Geplant sind vorerst 12 Snacks, die in der Theke auch besonders gekennzeichnet sind.
Fazit: Ein durchaus interessantes Kooperationsmodell, mit dem man die Chance hat, erfolgreich gegen ungute Ernährungstrends ein paar gesunde Duftmarken zu setzen.
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