Aktuell
Verpackungsverordnung in der Kritik
Bayerns Bäcker gegen zusätzliche Belastungen bei Müllentsorgung
München (p). Das bayerische Bäckerhandwerk übt scharfe Kritik an der derzeit vorbereiteten fünften Novelle zur Verpackungsverordnung. Landesinnungsmeister Heinrich Traublinger, MdL weist ausdrücklich darauf hin, dass sich die Müllentsorgung mittlerweile zu einem handfesten Wirtschaftsfaktor entwickelt hat. Dies gilt ganz besonders für den Verpackungsmüll. Wer Mitte der 90-er Jahre Anteile am Dualen System Deutschland (DSD, Grüner Punkt) erworben hatte, konnte sie zehn Jahre später für den 180-fachen oder noch höheren Wert wieder verkaufen. Im letzten Jahr wurden erstmals die bis dahin wie ein Geheimnis gehüteten Jahresergebnisse des DSD veröffentlicht. Laut Handelsblatt wurde dabei rückwirkend für das Jahr 2005 ein Nettogewinn von 146 Mio. Euro ausgewiesen – erwartet worden waren 44 Mio. Euro.
Die Zeche müssen vor allem die Verbraucher zahlen – und zwar gleich zweimal: Einmal über die Lizenzgebühr der Dualen Verwertung und zum anderen über die Gebühr für die Entsorgung ihres Hausmülls, in den vor allem die mit Speiseresten behafteten Serviceverpackungen bei frisch eingekauften Nahrungsmitteln wandern – und wo sie auch hingehören. Darüber hinaus trifft das staatlich sanktionierte Entsorgungssystem all jene Betriebe, die die Lizenzgebühren ihrer Verkaufsverpackungen nicht über den Preis an den Kunden weitergeben können. Vor allem die Betriebe der Ernährungshandwerke (Bäcker, Konditoren, Metzger) werden darunter leiden, wenn die fünfte Novelle zur Verpackungsverordnung von Bundesumweltminister Gabriel wie vorgelegt verabschiedet wird.
Analysen belegen, dass der Verbraucher deutlich mehr als 70 Prozent der Serviceverpackungen über seinen Restmüll entsorgt und dafür ja bereits Müllgebühren bezahlt. Auf Grund dieser Tatsache fordert das bayerische Bäckerhandwerk, dass Vertreiber von Verkaufsverpackungen, die zur Abgabe loser Lebensmittel bestimmt sind, höchstens 30 Prozent der üblichen Lizenzkosten für diese Verpackungsarten zu tragen haben.
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