Markt & Meinung
Verkehrte Welt und richtige Preise
Bisweilen eine groteske Situation: Milchprodukte und europäische Backwaren erobern den asiatischen Raum, Brötchen aus China landen in deutschen Discountabbackstationen. Die „Geiz ist geil-Mentalität“ ebbte hier zu Lande ab, sie taugt nicht für den Einkauf von Grundnahrungsmitteln wie Brot- und Brötchen und die Billiganbieter bekommen das geänderte Marktverhalten zu spüren. Trotzdem tun sich Bäcker jetzt wieder schwer, Preise zu erhöhen. Der Markt ist gesättigt, Dumpingpreise bei Brot gibt‘s nach wie vor und machen die Entscheidung nicht einfach. Die Milchpreise heizen die Stimmung auf. Ich kenne von Hause aus die eh schwierigen Überlegungen im Familienunternehmen, wenn dass Brötchen um 2Pfennig bzw. heute um 2 Cent teurer werden soll – ob und wann, das bereitet nicht selten schlaflose Nächte.
Auf steigende Brötchenpreise wird emotional reagiert – ähnlich wie bei Benzinverteuerungen. Es ist aber ein gewaltiger Unterschied, ob sich ein Rohstoff wunderlicher Weise zum Ferienbeginn deutscher Bundesländer „verknappt“, Milchpreise flächendeckend
emporschnellen und sich das Bundeskartellamt die Augen reiben muss, oder „reale'“Marktgesetze einen Preis bestimmen. Viele Verbraucher wissen, wie sich die Preise bilden. Eine Preiserhöhung für Brot- und Brötchen sichert schlicht das Auskommen mit dem Einkommen. Also Mut beweisen und Notwendiges tun – die Preise müssen steigen.
Werner Kräling
Weitere Nachrichten aus Fokus vom 02.08.2007:
Zwei Prozent Transfettsäuren
Bürokratie-Abbau greift
Krankenstände steigen wieder
Jahrespressekonferenz in München
Ehrlicher Kundenservice
Umstellung auf Bio brachte neue Kunden
Brote aus ganz Europa
Anregungen für innovativen Genuss
Zündende Ideen geboten
Verbraucher lieben Bequemlichkeit und Service


RSS

Zur Bildergalerie "Backkongress 2011"