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Verbraucher boykottieren Billigketten
Ergebnis einer repräsentativen Studie lautet: Lidl am stärksten betroffen
Köln (p). Wie eine repräsentative Studie des Kölner Unternehmens Grass Roots Performance ergab, meiden 43 Prozent aller Verbraucher „immer“ oder „nach Möglichkeit“ den Einkauf beim Lebensmitteldiscounter. Grund sind die vermuteten schlechten Arbeitsbedingungen bei diesen Anbietern. Laut dieser Umfrage am stärksten vom Boykott betroffen, ist die Kette Lidl, der Konkurrent Aldi kommt dagegen auf sehr gute Imagewerte.
Über Vorwürfe wie Mitarbeiterbespitzelung, Schikane und Ausbeutung in Deutschlands Discountern wurde in den vergangenen Monaten viel berichtet und diskutiert. Die Auswirkungen dieser Diskussion auf die Verbraucher zeigt die Studie von Grass Roots, für die 2396 Personen befragt wurden. Darin geben 43 Prozent der befragten Personen an, Supermarktketten mit mutmaßlich schlechten Arbeitsbedingungen "immer" oder "nach Möglichkeit" zu meiden. Am stärksten leidet Lidl der Umfrage zufolge unter seinem Image. Mit „schlecht“", „sehr schlecht“ oder „inakzeptabel“ bewerteten insgesamt 57 Prozent die Arbeitsbedingungen des Discounters. Das Unternehmen aus Neckarsulm war Anfang 2008 wegen des Vorwurfs der Bespitzelung der eigenen Mitarbeiter in die Schlagzeilen geraten. 40 Prozent der Umfrageteilnehmer haben daher schon einmal von einem Einkauf dort abgesehen. Ganz anders dagegen Konkurrent Aldi. Die älteste Discounterkette Deutschlands kommt in der Umfrage geradezu glänzend weg. Bestnoten gibt es für Ruf und Image, die Mitarbeiter werden laut Studie an Freundlichkeit nur von den Beschäftigten bei Edeka übertroffen. Auch als Arbeitgeber hat Aldi nach Auffassung der Befragten einen guten Ruf: Platz 6 hinter den Vollsortimentern Edeka, Rewe, Kaiserss, real und Kaufland. Nicht verwunderlich, dass Aldi damit die höchste Weiterempfehlungsrate aufweist: Knapp 80 Prozent der Befragten würden ihren Freunden und Verwandten „bestimmt“ oder „wahrscheinlich“ zum Einkauf in den Filialen der Albrecht-Brüder raten. „Aldi geht damit so gut wie unbeschadet aus der Diskussion um die Arbeitsbedingungen im Lebensmitteleinzelhandel heraus“, sagt Johannes Broscheid-Vogt, Geschäftsführer von Grass Roots.


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