Trends & Märkte

Umweltfeindlich wird gemieden


Köln (kke). Weltweit boykottieren mehr als ein Drittel der Verbraucher mindestens eine Marke. Einer Online-Umfrage des US-amerikanischen Marktforschungsunternehmens GMI, Mercer Island, zufolge weigern sich 36 Prozent der Verbraucher weltweit, Produkte bestimmter Hersteller zu kaufen. Dabei erwiesen sich die Männer als kritischer, als die Frauen. Für die Umfrage wurden 15.500 Konsumenten aus 17 Ländern zu ihrer Einstellung zu Markenartikeln befragt.

Es werden Marken boykottiert

In Deutschland lassen 42 Prozent der Befragten Waren bestimmter Hersteller in den Regalen liegen. Mexikanische und japanische Verbraucher scheinen hingegen am tolerantesten zu sein: Nur 15 Prozent der mexikanischen und ein Fünftel der japanischen Befragten umgehen bestimmte Marken. Die am stärksten boykottierten Marken weltweit sind der Umfrage zufolge Nike, Coca Cola, McDonald´s und Nestlé. Als Gründe wurden am häufigsten umweltfeindliche Praktiken und unfaire Arbeitsbedingungen des Hersteller genannt.

Kritische Durchschnittskäufer

Eine negative Medienberichterstattung oder die Landesherkunft der Marke spielten dagegen eine weniger wichtige Rolle. Allerdings gaben 18 Prozent der Befragten an, dass sie keine Produkte aus Ländern kaufen würden, die dem Kyoto-Vertrag nicht zustimmen. Rund ein Drittel der Befragten wusste allerdings gar nichts von dem Kyoto-Abkommen. Ein Viertel aller Befragten sahen sich selbst als umweltfreundliche oder sozial verantwortliche Verbraucher. Die restlichen 75 Prozent sehen sich als Durchschnittskäufer.

Arbeitsbedingungen im Visier

Die Deutschen hatten insgesamt die meisten Marken auf der schwarzen Liste, angeführt von Müller Milch und der Fast-food-Kette McDonald’s. Die Ablehnung ist hier zu Lande zudem breit gestreut: Nirgendwo anders werden so viele verschiedene Marken boykottiert. Und auch einheimische Hersteller werden nicht ausgenommen. Genannt wurden Marken wie Adidas, Opel und Mercedes. Als häufigsten Gründe für den Boykott wurden auch hier neben unfairen Arbeitsbedingungen die umweltfeindlichen Praktiken des Herstellers genannt.


Artikel vom 15.09.2005
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