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Umsatz und Marktanteile verloren

Melitta meldet „extremes Jahr“/ Umsatz um 3,8 Prozent auf 310 Mio. Euro reduziert


Minden (kke). Schwierige Rahmenbedingungen im deutschen Kaffeemarkt beeinflussten 2005 das Filterkaffeegeschäft der Melitta Kaffee GmbH. Die hohen Kaffeepreise im vergangenen Jahr haben bei Melitta zu einem drastischen Absatzrückgang um 23,1 Prozent geführt. Wie das Unternehmen in Bremen berichtete, sank der Absatz um 12.928 Tonnen auf 43.033 Tonnen Röstkaffee. Geschäftsführer Hermann Arnold erklärte, der Umsatz sei um 3,8 Prozent auf 310 Mio. Euro zurückgegangen.

Der Markenkaffee-Röster Melitta GmbH in Minden hat 2005 Umsatz und Marktanteile verloren. Gewinner waren in einem insgesamt schrumpfenden Inlandsmarkt für Haushaltskaffee die so genannten Handelsmarken, teilte Melitta in Bremen mit. Der Melitta-Kaffeeumsatz ging um 3,8 Prozent auf 310 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 323 Mio.). Der Röstkaffee-Absatz sank um 23,1 Prozent auf rund 43.000 Tonnen (Vorjahr: 55.900 Tonnen). Wie Geschäftsführer Hermann Arnold sagte, seien dies die Auswirkungen eines Jahres mit Extremen auf dem deutschen Röstkaffee-Markt: Rückläufiger Konsum, eine Expansion der Handelsmarke und eine sich weiter öffnende Preisschere zwischen Marke und Handelsmarke hätten Wirkung gezeigt.

Da davon alle anderen Markenanbieter ebenfalls betroffen waren, konnte Melitta beim Absatzranking weiterhin die zweite Position halten. Das Exportgeschäft entwickelte sich mit einem Plus von 1,6 Prozent weiter positiv. Der Anteil liegt derzeit bei 8 Prozent. Für 2006 erwartet Arnold eine sehr heterogene Marktentwicklung mit einem weiterhin dynamischen Wachstum von Pads und ganzen Bohnen. Wegen des rückläufigen Wettbewerbs und den daraus resultierenden Überkapazitäten werde der Preiswettbewerb allerdings unverändert hart bleiben.

Nach den Melitta-Angaben ging der Röstkaffee-Absatz im deutschen Haushaltsmarkt 2005 um 5,3 Prozent zurück. Preisanhebungen hätten jedoch für ein Umsatzplus von insgesamt 17 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,79 Mrd.) gesorgt. Die mengenmäßig stärksten Zuwächse verzeichneten Kaffees für Einzelportionen (plus 152 Prozent) und für Vollautomaten (plus 55 Prozent). Filterkaffee dagegen verlor 8,6 Prozent, eine Größenordnung, die dem Gesamtrückgang der vergangenen zehn Jahre entspricht. Die wegen der hohen Rohkaffeepreise notwendigen Preiskorrekturen führten dazu, dass die Hersteller von Markenkaffees deutlich an Marktanteilen verloren. Da die Preise für die Eigenprodukte des Handels weniger stark erhöht wurden, stieg deren Anteil am Gesamtmarkt sprunghaft von 20 auf 31 Prozent.

Trotz des dynamischen Wachstums bei Einzelportions- und Vollautomatenkaffees wird Filterkaffee auch 2006 mit einem Mengenanteil von mehr als 90 Prozent seine dominierende Rolle im deutschen Markt halten. Der Wettbewerb wird hier infolge des geschrumpften Marktes und der daraus resultierenden Überkapazitäten unverändert hart bleiben. Die zum Jahresendgeschäft 2005 abgesenkten Aktionspreise haben trotz aktuell stark gestiegener Beschaffungskosten bei Rohkaffee ihre Gültigkeit behalten. Bei allen Röstern ist 2006 in Deutschland eine angespannte Ertragslage zu erwarten.


Artikel vom 27.04.2006
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