Aktuell
Turbulente Entwicklungen bei Fleischern
Das Fleischerhandwerk erlebt 2006 und 2007 wirtschaftliche Berg- und Talfahrt
Frankfurt (age). Die Fleischerhandwerksbetriebe in Deutschland haben im vergangenen Jahr aus wirtschaftlicher Sicht eine Berg- und Talfahrt erlebt. Wie aus dem Geschäftsbericht 2006/2007 des Deutschen Fleischer-Verbandes (DFV) hervorgeht, kam es im zweiten Quartal 2006 zu massiven Ertragseinbrüchen der Betriebe infolge deutlich gestiegener Rohstoffpreise. Von dieser Ertragsdelle erholten sich die Unternehmen aber im weiteren Jahresverlauf und erzielten im vierten Quartal das beste durchschnittliche Betriebsergebnis seit Jahren. Die laut DFV „furiose“ Entwicklung 2006 wird anhand der stark gegenläufigen Entwicklung der Material- und Personalkosten deutlich: So erhöhte sich der Anteil der Materialkosten am Umsatz vom ersten zum vierten Quartal um 6,2 Prozentpunkte; diesem Anstieg stand ein um 7,5 Prozentpunkte niedrigerer Personalkostenblock gegenüber. Im Mittel erhöhte sich der Anteil der Materialkosten von 46,2 Prozent im Jahr 2005 auf 48,4 Prozent im vorigen Jahr, während der Anteil der Personalkosten von 29,8 auf 28,5 Prozent zurückging. Die Ertragslage erreichte im Zeitraum Oktober bis Dezember 2006 mit 7,3 Prozent vom Umsatz ihren Höchstwert. Auf das Gesamtjahr 2006 bezogen blieb das mittlere Betriebsergebnis aufgrund des Gewinneinbruchs im zweiten und dritten Quartal mit 5,3 Prozent aber um einen Punkt hinter dem Vergleichswert von 2005 zurück. Im ersten Quartal 2007 konnten die Fleischerhandwerksbetriebe den Schwung von Ende 2006 zu einem guten Teil mitnehmen; der Umsatz war mehrheitlich größer als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Die positive Trendwende in der Berichtsperiode war nach Darstellung des DFV „offenkundig“.
Wie der DFV weiter berichtet, kam auch die spürbare Verbesserung der Ertragssituation zum Jahresanfang 2007 nicht von der Materialkostenseite her, sondern wurde durch den Rückgang des Handelswarenanteils am Umsatz um 1,6 Prozent begründet. Die Haushaltsnachfrage nach Fleischerzeugnissen ist nach dem guten Start aber wieder „merklich abgekühlt“.
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