Aktuell
Transfettsäuren geraten ins Visier
New York will Verwendung von Transfettsäuren verbieten / Europa sieht noch keinen Handlungsbedarf

Transfette in Siedegebäcken: Bei qualitativ hochwertigen Fetten kein wirkliches Problem, schließlich kann der Transfettgehalt minimiert werden.
Fetthärtung
Die Fetthärtung (Hydrierung) funktioniert vereinfacht gesagt nach folgendem Prinzip. Unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen werden einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren unter Verwendung eines Katalysators in ungesättigte Fettsäuren umgewandelt. Ist dieser Prozess vollständig abgelaufen, so sind die freien Doppelbindungen der vormals ungesättigten Fettsäuren komplett mit Wasserstoffatomen besetzt. Bei der häufig auch aus Kostengründen eingesetzten Teilhärtung gelingt dies nicht vollständig und man erhält die sogenannten Transfettsäuren. Diese gelten als zellschädigend. Sie beeinträchtigen die Funktion und Durchlässigkeit der Zellmembranen. Weiter sollen Transfettsäuren dafür verantwortlich sein, das HDL-Cholesterin im Blut zu reduzieren und somit die Ablagerung in Arterien und Gefäßen fördern.
Zusätzlich konkurrieren Transfettsäuren mit essentiellen Fettsäuren und behindern dadurch die Entwicklung zellregulierender Hormone wie beispielsweise das Insulin. Wohl eine der Ursachen für die steigende Zahl von Diabetikern und auch eine der wesentlichen Ursachen für Übergewicht.
Wahrscheinlich wohl um dem Übergewichtsproblem der Hälfte der New Yorker Bevölkerung, das sind ungefähr vier Millionen Menschen, Herr zu werden, hat sich die Gesundheitsbehörde des Staats zu einem Verbot von Transfettsäuren entschlossen. Geht es nach dem Willen der Gesundheitsbehörde, dann darf ab Juli 2007 in keinem der 24.000 Restaurants mehr Fett oder Öl verwendet werden, das Transfettsäuren enthält. Viele Restaurantbesitzer rund um den Big Apple werden noch zusätzliche Arbeit bekommen, denn auch die Kaloriengehalte ihrer Gerichte müssen angegeben sein.
Aufschrei der Burger-Giganten
Von hohen Transfettgehalten sind vor allem die Burger-Giganten Mc Donalds und Burger King betroffen. Diese haben bereits reagiert und weisen auf mangelnde Alternativen zu transfettbelasteten Fetten hin. Anders sieht das der Geflügel Fast-Food Anbieter Kentucky Fried Chicken. Das Unternehmen kündigte in einer Presseerklärung an, ab April nächsten Jahres in allen seinen 5500 Restaurants auf Fette umzusteigen, die keine Transfettsäuren enthalten.
Neben dem klassischen Fast Food sind vor allem auch Backwaren nicht selten mit Transfetten hoch belastet. Eine Untersuchung von Dr. Ulrich Strunz, die bei Heyne veröffentlicht wurde, belegt einen Transfettgehalt bezogen auf den Gesamtfettanteil in Croissants von durchschnittlich 18 Prozent, bei Berlinern/Donuts liegt er im Durchschnitt sogar bei rund 30 Prozent.
EU- hält sich bedeckt
Während es in Dänemark eine Transfettgrenzwert von 2 % bezogen auf den Fettgehalt seit 2004 gibt, sieht die EU (noch) keinen Handlungsbedarf, obwohl die Europäische Lebensmittelbehörde bereits 2004 ein Risikopotenzial bezogen auf Transfettsäuren festgestellt hat. Die Industrie hat den Transfettgehalt vieler Produkte inzwischen deutlich gesenkt.
Weitere Nachrichten aus Fokus vom 30.11.2006:
Einheitliche Regelungen
Zweifelhafte Belobigung
Kleinere Betriebe als Jobmotoren
Positives Exportklima
Berufsbildungsreform
Weg mit Geiz ist Geil
Emotionslosigkeit trifft Begeisterung
Der Umsatz muss zur Investition passen
Azubis engagieren sich branchenübergreifend
Weihnachtliche Gefühle

RSS

Zur Bildergalerie "Backkongress 2011"