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Thema Salzgehalt noch nicht vom Tisch

Öffentlichkeitswirksame Brot-Verkostung mit Parlamentarischem Staatssekretär


Neustadt/Aisch (p). Das Thema „Salzgehalt im Brot“ erregt noch immer die Gemüter. Die EU-Kommission hat zwar auf die Proteste der Bevölkerung und Bäcker reagiert und vor kurzem eine Übergangsfrist vorgeschlagen, wonach der Salzrichtwert im Brot für sechs Jahre von 1 auf 1,5Prozent angehoben werden soll. Doch damit wollen sich weder die Bäcker noch der Parlamentarische Staatssekretär und Neustädter Bundestagsabgeordnete Christian Schmidt zufrieden geben.

Um auf die Problematik noch einmal hinzuweisen, hatte Staatssekretär Schmidt deshalb zu einer Verkostung von „EU-Brot“ in die Bäckerei Bräuninger nach Neustadt/Aisch und in die Bäckerei Hartmann nach Zirndorf geladen. „Es ist völlig unbestritten, dass die Europäische Integration überlebenswichtig ist“, betonte Schmidt. „Dies sieht man gegenwärtig bei der Stabilität, die uns die Euro-Währungszone bietet. Das darf aber nicht heißen, dass in allen Lebensbereichen reguliert werden muss“, so Schmidt weiter. „Das Brot nach EU-Vorgaben schmeckt einfach nur fad“, so das einhellige Urteil von Staatssekretär Schmidt, Rainer Hieronymus, Obermeister der Bäckerinnung Neustadt/Aisch, sowie Thomas Mörtel, Geschäftsführer der Fürther Kreishandwerkerschaft.

Kein Handlungsbedarf nötig

Bäckermeister Jürgen Bräuninger und Hans-Jürgen Hartmann, Obermeister der Bäckerinnung Fürth, hatten eigens Brote nach den Brüsseler Vorgaben gebacken und zur Verkostung gereicht. „Brot genießt gerade bei uns in Deutschland einen extrem hohen Stellenwert“, betont Schmidt. „Ich sehe deshalb für die Regelung traditioneller und von den Kunden sehr geschätzter Rezepturen keinen Handlungsbedarf, vor allem nicht auf europäischer Ebene.“ Außerdem bedeute Europa auch immer Vielfalt. Die gelte es zu erhalten. „Die Entscheidung, was wir essen und was uns schmeckt, muss schon uns selbst überlassen bleiben“, so Schmidt weiter. Doch die EU-Kommission hält an ihrem Vorhaben fest. In sechs Jahren soll danach die 1-Prozent Regel gelten. Für Staatssekretär Schmidt, der selbst aus einer Bäckerfamilie stammt, ist da das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. „Wir wollen keine europaweite Vereinheitlichung der Geschmacksmuster.“


Artikel vom 06.05.2009
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