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Temperaturen stimmen oft nicht
Guten Hygienepraxis und Diskussion um Smiley-System auf Fachtagung „Lebensmittelsicherheit und Hygiene“ des BIV Niedersachsen/Bremen

Heidemarie Helmsmüller informierte über das Verbraucherschutzgesetz, rechts Annerose Thiede und stellv. Landesinnungsmeister Wilhelm Wolke.
Die Bedeutung des Verbraucherinformationsgesetzes für das Bäckerhandwerk erläuterte Abteilungsleiterin Heidemarie Helmsmüller vom Landwirtschaftsministerium. In den letzten zwei Jahren gingen dahingehend ca. 500 Anträge von Verbrauchern ein. Keine Einziger betraf das Bäckerhandwerk. In der Diskussion befinde sich die Forderung nach Einführung eines vergleichbaren Hygiene-Kennzeichnungssystem nach dem dänischem Smiley-Muster. Es mache die Überwachung transparenter. Niedersachsen werde eine Bundesratsinitiative starten, um ein bundeseinheitliches System zu entwickeln. Es soll „der Wirtschaft Sicherheit geben und von Verbrauchern richtig zu interpretieren sein“.
Aktuelles aus der Hygienepraxis im Bäckerhandwerk vermittelte Rechtsanwältin Mirja Pfeil vom Zentralverband des Bäckerhandwerks. Die „Leitlinie für eine gute Lebensmittel- und Hygienepraxis im Bäcker- und Konditorenhandwerk“ ist weiterhin anerkannt und maßgebend. Besonders wichtig bezeichnete die Referentin Eingangskontrolle, Temperaturüberwachung sowie den Aufbau einer Hygiene- und Personalschulung. Nicht feste (mobile) Verkaufsstellen benötigen Wasservorräte und Abfälle sind nicht in Verkaufs- und Produktionsräumen zu lagern. Aufgeschlagene Eimassen sind bei Temperaturen von 4°C und kälter aufzubewahren. Das Smiley-System lehne der Zentralverband des Bäckerhandwerks ab, weil es sich dabei um eine „Vorverurteilung handelt, gegen die sich der Betrieb nicht zeitnah wehren kann“.
Annerose Thiede, die Betriebsberaterin für Hygienefragen des BIV Niedersachsen/Bremen, empfahl den Betriebsinhabern, sich von Fachleuten beraten zu lassen. Mit ihrer Hilfe sind der Aufbau der notwendigen Dokumentation und die erforderliche Mitarbeiterschulung schnell und kostengünstig zu bewältigen. „Ein Außenstehender sieht die Situation häufig anders“, lautete ihre Devise.
Die Ergebnisse einer zweijährigen Überwachung der Temperaturbedingungen in Verkaufsstellen und die Schädlingsbekämpfung im Landkreis Rotenburg stellte Kontrolleur Bernd Aßmann in Wort und Bild vor. Vielfach stimmen die Temperaturen nicht. Die Ware wird warm in die Kühlanlagen eingesetzt. Eine Torte in Kühlung ergab eine Temperatur von 18°C. Häufig stehen Ladenbacköfen und Kühlgeräte nebeneinander. Die Schädlingsbekämpfung sei nicht immer optimal. So gesehen müssten auch hauptamtliche Bekämpfer kontrolliert werden.
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