Wirtschaft
Tchibo holt auf
Erstmals nach vier Jahren verzeichnet der Kaffeeröster wieder ein Umsatzwachstum

Tchibo hat das Kaffeesortiment neu ausgerichtet und den Marktanteil von Espresso/Caffé-Crema deutlich erhöht. Foto: Tchibo Foto: Tchibo
Heute, nach drei Jahren des kräftezehrenden Umbaus, kann das Unternehmen wieder von Erfolgen berichten: Nachdem der Umsatz von über 4 Mrd. Euro in 2005 bis 2009 auf 3,16 Mrd. Euro gerutscht war, sei in diesem Jahr wieder Wachstum abzusehen und zwar bei Ertrag und Umsatz. Das stellt Rikowski nach einer guten Entwicklung im ersten Halbjahr in Aussicht.
Das Konzept, das für die Wende sorgte, fußt auf vier Säulen, erklärt Rikowski: Flächenbereinigung, Service-Offensive, Wiederbelebung der Kaffeekompetenz sowie eine Überarbeitung der Nonfood-Konzepte greifen ineinander. Bei Tchibo zeigten sich nach einer langjährigen Phase des ungebremsten Wachstums 2005 Anzeichen einer Marktsättigung: Umsätze und Erträge brachen ein. Rikowski spricht von einer unkontrollierten Expansion in der Fläche und im Nonfood-Sortiment.
Wie radikal das Unternehmen bei der Ausdünnung des Ladennetzes vorging, wird erst jetzt deutlich: So wurde die Zahl der Depots auf den Flächen des Einzelhandels um mehr als ein Drittel auf heute 9000 verkürzt. Von den noch vor drei Jahren bundesweit 1100 Tchibo-Filialen werden heute noch 850 betrieben. Heute können die Hamburger wieder feststellen: „Nonfood ist ein profitables Geschäft, wenn man es richtig macht. ,,Aber“, so der Vertriebsvorstand, ,,Kaffee hat auch aufgeholt“. Dafür hat der Marktführer an der Qualität der Rohware gearbeitet und das angestaubte Sortiment aufgepeppt. Verwendet wird heute nur noch die Kaffeesorte Arabica. Außerdem hat sich Tchibo intensiv um das Espresso/Caffé-Crema-Thema und den Markt von Einzelportionen gekümmert.
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