Branche&Politik

Systemgastronomie kommt an

In Schleswig-Holstein bieten 10 Betriebe 35 neue Ausbildungsplätze


Neumünster (hhl). Die neue Ausbildung kommt gut an. Das ist das Ergebnis eines Erfahrungsaustauschs unter Bäckereien, die zum Systemgastronomen ausbilden. Die Ausbildung wurde im vergangenen Jahr in Schleswig-Holsteins Bäckereien eingeführt.

In der Bäckerei Tackmann in Boostedt trafen sich 25 Betriebsinhaber und Ausbilder zu einem Informationsaustausch. Sie alle haben Interesse an Systemgastronomen. Vier von ihnen – darunter Hans-Jürgen Tackmann – haben schon Erfahrung mit ersten Auszubildenden. Conny Höfert wird bei Tackmann die erste sein, die diesen Beruf in einer Bäckerei abschließt. Auch sie nahm an der Runde teil und berichtete von ihrem ersten halben Ausbildungsjahr.

„Nicht im eigenen Saft“

Conny Höfert geht in Kiel zur Berufsschule, in die „Burgerking-Klasse“. In einer zweiten Klasse sind die „McDonald-Leute“. Im Vergleich zu den anderen sei ihre Ausbildung im Betrieb sehr vielseitig. Conny Höfert durchläuft bei Tackmann alle Bereiche, vom Verkauf bis zur Buchhaltung.

Ulrich Sippel von der Stadtbäckerei Junge erklärte, dass der Schwerpunkt bei Junge ganz klar im Verkauf liege. „Der Verkauf ist unser Kerngeschäft“. Deshalb werden die angehenden Systemgastronomen auch überwiegend für diesen Bereich ausgebildet. Bewerber hätten da zum Teil völlig falsche Vorstellungen von diesem Beruf.

Die Idee, sich für eine eigene Bäckerei-Systemgastronomie-Klasse einzusetzen, wurden unterschiedlich beurteilt. Dagegen sprach das Argument, dass man auch vom Austausch mit Auszubildenden aus anderen gastronomischen Betrieben lernen könne „und nicht im eigenen Saft“ schmore. Ulrich Sippel fand die Vorstellung, mit gastronomischen Betrieben zu kooperieren, interessant.

Die Ausbildung zur Fachfrau bzw. zum Fachmann für Systemgastronomie im Bäckerhandwerk hat Hans-Jürgen Tackmann initiiert, um dem wachsenden Bedarf an qualifizierten Führungskräften eine entsprechende Ausbildung entgegenzutreten. Die Systemgastronomen sollen bei ihm nach ihrem Abschluss eine größere Filiale leiten können. In diesem Jahr will er vier Ausbildungsplätze anbieten. In Schleswig-Holstein werden in diesem Jahr voraussichtlich zehn Betriebe insgesamt 35 Auszubildende einstellen. Zum Systemgastronomen wird in diesem Jahr zum ersten Mal auch ein Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern ausbilden. Heinz Essel (BKV-Nord) berichtet, dass auch Niedersachsen Interesse angekündigt habe.

Die Ausbildung zum Systemgastronomen können Bäckereien anbieten, die mehrere Filialen haben und ein Gastronomiekonzept, hinter dem ein einheitliches System steckt. Sie müssen den Ausbildungsrahmenplan selbstverständlich erfüllen können.

Die Auszubildenden gehen auf die Berufsschule für den Fachbereich Gastronomie und haben keine gemeinsamen Fächer mit den Bäckern, Konditoren oder Fachverkäuferinnen.


Artikel vom 29.03.2008
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