Aktuell
Stromausfall durch Naturkatastrophe
Absolute Versorgungssicherheit ausgeschlossen / Härtefallfonds für Betroffene
Münster (kke). Die wirtschaftlichen Schäden für die tagelang vom Stromausfall betroffenen Unternehmen im Münsterland liegen nach Einschätzung der IHK Nordrhein-Westfalen oberhalb von 100 Mio. Euro. Auch etliche der rund 24.500 von der Handwerkskammer in Münster betreuten Unternehmen hätten Produktionsprobleme etwa durch den Ausfall der Kühlung bekommen. Das Handwerk machte Schäden in Höhe von 25 Mio. Euro geltend.
Viele Betriebe hätten sich mit Notstromaggregaten behelfen können. Diese wurden teilweise auch aus anderen Innungsbetrieben außerhalb des Katastrophengebiets zur Verfügung gestellt.
Zu den Stromausfällen, von denen zeitweise bis zu 250.000 Menschen betroffen waren, war es durch gerissene Leitungen und umgestürzte Strommasten infolge heftiger Schneefälle gekommen. Der Energieversorger RWE, Essen, beziffert seinen Schaden etwa für den Wiederaufbau von Masten, auf Kosten in zweistelliger Millionenhöhe. Der Stromausfall im Münsterland war umso ungewöhnlicher, als Deutschlands Stromversorgungsnetze nach Angaben des Verband der Netzbetreiber (VDN) die geringsten Ausfallzeiten in ganz Europa aufweisen.
In den Landkreisen Steinfurt und Borken war Katastrophenalarm ausgelöst worden. Wie die Bildzeitung meldete, mussten einige Bäckereien hier ihre Kundschaft wieder wegschicken, weil sie kein Brot hatten. Um besonders betroffenen Bürgern zu helfen, will der RWE nun einen fünf Millionen Euro umfassenden Härtefallfonds einrichten. Die Kriterien, in welchen Fällen RWE-Kunden daraus bedient werden, seien allerdings noch nicht geklärt. Haftungsansprüche seiner Kunden schloss der Energieversorger aber kategorisch aus, da die Stromausfälle durch eine Naturkatastrophe ausgelöst worden seien.
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