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Strategie „Bio mit Gesicht“
Rückverfolgbarkeit und Herkunftssicherung werden immer wichtiger
Frankfurt/Bad Brückenau (age). Auf dem Bio-Markt gewinnen die Aspekte Rückverfolgbarkeit und Herkunftssicherung für jedes Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an Bedeutung. Das ist ein Ergebnis der Tagung „Herkunftssicherung in der ökologischen Lebensmittelwirtschaft“, die das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) gemeinsam mit der Assoziation Ökologischer Lebensmittelhersteller (AoeL) und der „Bio mit Gesicht“ GmbH organisiert hat.
Derzeit wachse der Bio-Markt stetig und werde zunehmend anonymer, teilten die Veranstalter mit. Daher gelte es, dass Vertrauen der Kunden durch Offenheit und Transparenz aufzubauen und zu stärken. In diesem Zusammenhang betonte Andreas Swoboda von der Tegut Gutberlet Stiftung & Co., Transparenz bedeute jedoch nicht Informationsfülle. Vielmehr gehe es darum, Anbieter und Verbraucher mit geeigneten Kommunikationsmaßnahmen zusammenzubringen und sich – sei es als Erzeuger, Verarbeiter oder Händler – im Bio-Markt zu profilieren.
Aufwand mit Augenmaß
Ferner ging Florian Preuß von der Quant Qualitätssicherungs GmbH auf die Herkunftssicherung der Produkte ein. Diesbezüglich seien allgemeine Maßnahmen notwendig, um gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Für Bio-Erzeugnisse seien solche Maßnahmen eine wichtige Voraussetzung für funktionierende Qualitätssicherungssysteme. Jeder Betrieb müsse aber individuell nach dem eigenen Risiko abschätzen, wie und mit welchem Aufwand er sich absichere.
Daneben erläuterte Rolf Mäder vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau verschiedene Ansätze zur Herkunftssicherung. Um Insellösungen zu vermeiden und um die Herkunft stufenübergreifend nachvollziehbar zu machen, sei eine Vernetzung innerhalb und zwischen verschiedenen Unternehmen erforderlich. Als Grundlage hierfür wurde der Datenstandard organicXML im Rahmen eines Projektes entwickelt, das durch den Bundesprogramm Ökologischer Landbau gefördert wurde.
Der Geschäftsführer der „Bio mit Gesicht“ GmbH, Frank Wörner , erläuterte, wie seine Firma die Herkunftssicherung von Bio-Lebensmitteln gegenüber dem Endverbraucher kommuniziert. Produkte mit dem Hinweis „Bio mit Gesicht“ würden seit 2006 im qualitätsorientierten Handel angeboten. Durch die Eingabe einer chargenspezifischen Codenummer auf der Verpackung gelangten Interessierte über die Internetseite www.bio-gesicht.de zu einem Porträt des Betriebs, von dem das Produkt stamme oder verarbeitet worden sei.
Bei einem virtuellen Besuch lernten die Konsumenten die Menschen kennen, die dem gekauften Produkte „ein Gesicht“ gäben. Steigende Besucherzahlen dieses Portals belegten, dass immer mehr Endverbraucher hinterfragten, woher ihre Nahrungsmittel kommen. Dies sei eine Entwicklung, die Anbieter dazu motivieren sollte, die Herkunft ihrer Produkte transparent zu machen und sich dadurch zu profilieren.
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