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Spekulationen um Ernte

Qualitätsweizen könnte knapp und teuer werden


Warberg (age). Qualitätsweizen könnte schon bald knapp und damit teuer werden. Marktexperte Mike O'Dea vom amerikanischen Brokerhaus FCStone rechnet für guten Mühlenweizen mit höheren Aufgeldern, als sie derzeit gegenüber Futter- oder Energieweizen bezahlt werden. Der US-Broker begründete seine Einschätzung beim Getreidehandelstag auf Burg Warberg mit der qualitativ durchwachsenen Weizenernte 2009.

Zwar ist der Welt-Weizenmarkt nach seiner Analyse komfortabel versorgt, denn die laufende Produktion soll 2009/10 um 14Mio. t über dem Bedarf liegen; allerdings wird in vielen Ländern aufgrund von Wetterkapriolen mit einem hohen Anteil an minderwertiger Ware gerechnet. Beispielsweise beschleunigt eine trockene Hitze in Russland und der Ukraine die Reife, lässt aber keine guten Qualitäten heranreifen. Auch in den Vereinigten Staaten lassen die Backeigenschaften der neuen Weizenernte zu wünschen übrig, nachdem es in Bundesstaaten wie Texas und Oklahoma im Frühjahr kalt und viel zu trocken war.

Für O'Dea ist die Ausgangssituation am Weizenmarkt vergleichbar mit der vor zwei Jahren. Nach der Ernte 2007 war der an der US-Terminbörse von Minneapolis gehandelte hoch proteinreiche Sommerweizen binnen weniger Monate auf die Rekordmarke von umgerechnet 500Euro/t nach oben geschnellt, da keine ausreichenden Mengen von der Premiumqualität verfügbar waren. Schon damals war an den verschiedenen US-Börsen eine erhebliche Spreizung der Weizenpreise zu beobachten. So brachte der in Chicago gelistete Futterweizen zu Spitzenzeiten gerade einmal die Hälfte vom Minneapolis-Weizen, da vor allem Qualitätsweizen gesucht war. Anfang 2009 lag das Aufgeld für Minneapolis-Weizen gegenüber Futterqualitäten bei 7 Prozent.


Artikel vom 29.07.2009
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