Wirtschaft

Schrumpfkur verschafft Luft

Kaffeeröster Tchibo bestätigt deutlich besseres Ergebnis im zweiten Halbjahr 2008


Hamburg (p). Der im Umbau befindliche Kaffeekonzern Tchibo liegt mit der Modernisierung seiner Depots und Filialen im Plan. Die neuen Konzepte sollen sich bereits in den Erträgen niederschlagen, wie die Lebensmittel Zeitung berichtet.

Meldungen, wonach in den letzten Monaten des vergangenen Jahres weniger für die Neugestaltung ausgegeben wurde als vorgesehen und Investitionen in das Jahr 2009 verschoben worden seien, wollte das Unternehmen nicht bestätigen.

Richtig sei, dass für das zweite Halbjahr 2008 ein deutlich besseres Ergebnis präsentiert werden könne als das erste, so ein Sprecher. Nach Zeitungsberichten hatte das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) des zweiten Halbjahres zwischen 50 und 60Mio. Euro gelegen und bewege sich damit auf Vorjahresniveau.

Im ersten Halbjahr hatten die Hamburger das schlechteste Ergebnis aller Zeiten bilanziert und waren nur auf 7Mio. Euro gekommen. Das waren 45Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des Jahres 2007. Der Umsatz sank um 15Prozent auf 1,47Mrd. Euro.

Ob es den Hamburgern gelungen ist, den 2008er Umsatz von Tchibo über der 3-Mrd.-Marke zu halten, wie Yves Müller, Finanz-Vorstand bei der Tchibo Maxinvest es zu Beginn des Jahres prognostiziert hatte, soll Ende des Monats bekannt gegeben werden, wenn der Geschäftsbericht veröffentlicht wird. Im Jahr 2005 war der Kaffee-Vermarkter jedenfalls noch auf einen Erlös von über 4Mrd. Euro gekommen.

„Bei der Umgestaltung unserer Filialen und Depots liegen wir im Plan“, beteuert ein Unternehmenssprecher und spricht damit einen besonders heiklen Punkt an. Von den Einzelhändlern waren nämlich massiv Beschwerden über die schlechten Geschäfte mit ihren Tchibo-Depots gekommen, einige hatten sich sogar völlig davon getrennt. Eine fatale Entwicklung, denn über die Shops kommen 40 Prozent der Umsätze und über die Hälfte der Erträge in die Tchibo-Kasse.

Bereits heute würden alle rund 10.000Tchibo-Depots durch neu konzipierten Service abgedeckt, lässt das Unternehmen wissen. Bis Ende des Jahres dann, so lautete jedenfalls die Ankündigung, sollen alle Shops im neuen Look daher kommen.

Auch in der Zusammenarbeit mit Bäckern wären Fehler gemacht worden, wie der Miteigentümer der Maxingvest AG, Michael Herz, auf dem Bäko-Workshop in Berlin letztes Jahr einräumte. Die Ausweitung der Non-Food-Artikel im Portfolio sei letztlich über die Grenze eines stimmigen Konzeptes eines Bäckerei-Outlets hinausgegangen, ausgewuchert und der grundsätzlich positiven Symbiose von frischen Brötchen und duftendem Kaffee entgegen gestanden. Hatten die Bäcker 1964 nur 3 bis 4Prozent Marktanteile am Kaffeegeschäft, waren es 1989 stattliche 23Prozent, im Jahr 2008 aber nur noch 2Prozent. Hier wolle man zumindest wieder 6Prozent erreichen.


Artikel vom 22.04.2009
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