Tagungen & Messen

Schaufenster für Bio-Bäcker

Mehr Besucher auf der Biofach 2008 in Nürnberg


Nürnberg (pf). Die Bio-Branche befasst sich zwar mit ganz ursprünglichen Rohstoffen, trotzdem entwickelt sie sich weiter. Bio-Zutaten alleine reichen nicht mehr aus. Gut zu sehen ist dies beim Brot. Das klassische Natursauerteigbrot in Bio-Qualität wird inzwischen auch bei Discountern angeboten. Demeter-Bäcker Jürgen Koralewski (56299 Ochterdung) hat deswegen ein Honig-Salz-Brot entwickelt. Neben Getreide und Quellwasser wird nur Honig und Salz verwendet. Während der langen Teigruhezeit von bis 20 Stunden entwickelt das Brot aus dem Honig einen Eigentrieb.

Neue Vertriebskanäle und Kunden fand Koralewski auf der Biofach 2008 in Nürnberg. Die Leitmesse im Bio-Bereich konnte die Besucherzahl gegenüber dem Vorjahr um rund 1000 auf 46.500 erhöhen. Etwa 2/3 der Besucher kamen aus dem Ausland; in der Summe aus 120 verschiedenen Ländern nach Nürnberg. 2764 Aussteller zeigten Neuheiten aus dem Bereich der Bio-Lebensmittel und Naturkosmetik.

Interessant ist die Messe für Bäcker und Konditoren aus zweierlei Hinsicht. Zum einen bietet sie ein breites Schaufenster für Rohstoffe und Backzutaten. Selbst Backmittelhersteller wie Backaldrin informieren hier über ihre Bio-Backmittel. Die Meyermühle stellte eine Grundmischung für Bauernsemmeln sowie eine Mischung für Dinkelbrot mit Sprossen vor.

Die Messe ist aber auch ein Marktplatz für Bäcker, die über ihr angestammtes Einzugsgebiet hinaus verkaufen wollen. Vollkornbäcker Walter Schulte aus Scharrel hat ein freigeschobenes Roggenschrotbrot mit einer TA von 200 entwickelt, das er als verpacktes Schnittbrot anbietet.

Bäckermeister Ingo Spelly ist angetreten, um zu zeigen, dass Vollkornprodukte auch gut schmecken können. Er ist Gründer der Fallersleber Baumkuchen Manufaktur. Neben Baumkuchen aus Dinkelvollkornmehl bietet er auch Bio-Dinkel-Cookies und andere Dinkeldauerbackwaren an.

Einen völlig neuen Markt haben die Bäckerbrüder Alfons und Franz Neumeier erschlossen. Aus Demeter-Dinkelbrot machen sie ein milchsauer vergorenes Enzymgetränk in drei Sorten. Waren es anfänglich noch wenige hundert Flaschen im Jahr, so ist man „jetzt im oberen sechsstelligen Bereich“. Das Getränk wird in der Bäckerei hergestellt und von einem Abfüller für die Bäckerbrüder in Flaschen und in Tetra-Paks gefüllt. Vertrieben wird das Getränk in den eigenen Läden im Berchtesgardener Land und über Naturkostläden und Reformhäuser im In- und Ausland.


Artikel vom 28.02.2008
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