Trends & Märkte

Roggen nicht ausreichend


Bonn (age). In Deutschland ist Roggen, dessen Überschüsse noch vor wenigen Jahren der administrativen Ebene erhebliche Sorgen bereiteten, knapp geworden.

Laut Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) steht der diesjährigen Ernte von etwa 2,75 Mio t ein Bedarf von mindestens 3,5 Mio t im laufenden Wirtschaftsjahr gegenüber. Während die hiesigen Mühlen jährlich relativ konstant rund 900 000 t Roggen verarbeiten, hat die Nachfrage der Mischfutterindustrie stetig zugenommen. Hinzu kommt seit etwa zwei Jahren der wachsende Bedarf der Betreiber von Biogas- und Ethanolanlagen.

Auch im Jahr 2008 dürfte

Roggen knapp bleiben

Die Roggenproduktion fiel in diesem Jahr enttäuschend aus: Zwar hatten die heimischen Landwirte den Anbau zur Ernte 2007 um eine Viertel auf 674 000 ha ausgedehnt; jedoch wurden im Bundesdurchschnitt nur 40,7 dt/ha geerntet, so wenig wie seit 25 Jahren nicht mehr. Auch im Wirtschaftsjahr 2008/09 dürfte Roggen nach Einschätzung der ZMP knapp bleiben.

Ein Problem stellt nämlich die aktuelle Versorgung mit Saatgut dar. Das Saatgut ist bereits vergriffen, zumal sowohl die Feldbesichtigungen als auch die Ergebnisse der Beschaffenheitsprüfung bei der Anerkennung als Saatgut zu einer vergleichsweise hohen Abererkennungsrate sorgten. Inzwischen wird den Landwirten bereits der ertragschwächere, aber auch preiswertere Populationsroggen zur Aussaat empfohlen; er ist im Gegensatz zum Hybridroggen nachbaufähig.


Artikel vom 04.10.2007
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