Fokus
Regionale Erzeugung contra Import
Analyse durch Universität Gießen: Manchmal ist die Einfuhr energiesparender

Der höhere Energieverbrauch durch Kühlhäuser als durch den Transport aus Übersee drückt auf die regionale Energiebilanz. Foto: Hotapple Foto: Hotapple
Die öffentliche Meinung gehe in der Regel von der Umweltfreundlichkeit regionaler Lebensmittel für Deutschland aus, erklärte Prof. Elmar Schlich vom Institut für Landtechnik der Universität Gießen. Aufwendige Analysen vollständiger Prozessketten von der Primärproduktion bis zum Ort des Verkaufs hätten hingegen belegt, dass die Betriebsgröße viel entscheidender sei als die reine Transportentfernung: Genügend große Betriebe wendeten erheblich weniger Energie zur Bereitstellung von Lebensmitteln auf als Kleinbetriebe, stellte Schlich fest. Überraschenderweise könnten manche Kleinbetriebe aufgrund von Logistik- und Effizienzmängeln in der Prozesskette bezogen auf jeweils ein Kilogramm küchenfertiges Lebensmittel sogar mehr Klimagase freisetzen als große Einheiten, die kontinental oder sogar global agierten. Die vorliegenden Erhebungen wiesen eindeutig nach, dass regionale Betriebe ihren notwendigen Beitrag bei ausreichender Betriebsgröße durchaus umweltfreundlich leisten könnten, und dass globale Prozessketten, die zur Bedarfsdeckung ohnehin unverzichtbar seien, in der Regel „gute Umweltbilanzen“ aufwiesen und nicht allein auf Grund der großen Transportentfernung abgewertet werden dürften.
Höherer Energieverbrauch
Die BASF berichtete, dass im Rahmen der von ihr vorgenommenen Analyse Äpfel der Sorte Braeburn aus den Anbauregionen Deutschland, Italien, Neuseeland, Chile und Argentinien bewertet worden seien. In der Analyse sei der gesamte Lebensweg des Apfels in Bezug auf Umwelteinfluss und Kosten bewertet worden. Die Ergebnisse seien „gleichermaßen erwartungsgemäß wie verblüffend“: Es mache für die Ökoeffizienz keinen Unterschied, ob die Äpfel aus Deutschland oder Italien kämen.
Dafür sei der Braeburn-Apfel aus Übersee im April aber teilweise ökologischer als ein europäischer Apfel. Die Analyse zeige, dass durch den Transport aus Übersee weniger Energie verbraucht werde als durch die Lagerung des europäischen Apfels in Kühlhäusern.
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