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Regelung als unzumutbar abgelehnt
Ernährungsindustrie befürchtet umweltbezogene Kennzeichnungspflicht
Bonn (age). Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) hat sich gegen die umweltbezogene Kennzeichnung von Nahrungsmitteln ausgesprochen. Insbesondere kritisiert die BVE das angelsächsische Äquivalent zur CO2-Bilanz, den sogenannten „carbon footprint“. Eine Entwicklung hin zu solchen Labels befürchtet der Verband unter anderem angesichts des im vergangenen Juli vorgelegten Aktionsplans „Nachhaltigkeit in Konsum und Produktion“ der Europäischen Kommission.
Eine verbindliche, auf gesetzlicher Regelung basierende Kennzeichnungspflicht lehne man ab, da insbesondere der organisatorische und finanzielle Aufwand, der mit der Generierung und Verarbeitung der Daten, die beispielsweise zur Ermittlung des „carbon footprints“ eines Produkts erforderlich seien, für die Unternehmen eine unzumutbare Belastung darstelle, erklärte die BVE anlässlich der Veröffentlichung eines Positionspapiers.
Ermittlung aller Daten
Hersteller, die eine Kennzeichnungspflicht gegebenenfalls umzusetzen hätten, müssten dafür Sorge tragen, dass sie von sämtlichen Beteiligten der zugrundeliegenden Wertschöpfungskette – also von der Landwirtschaft über den Handel bis hin zum Verbraucher – die Angaben über die relevanten Treibhausgasemissionen erhielten, die hinsichtlich des jeweiligen Nahrungsmittels während seines Gesamtlebenszyklus freigesetzt würden und auf dieser Grundlage den „carbon footprint“ ermitteln. Darüber hinaus spricht sich die BVE auch gegen eine freiwillige Produktkennzeichnung aus. Soweit sich diese nur auf Teilaspekte beziehe, könne sie zu einer Irreführung der Verbraucher bezüglich der ökologischen Beurteilung eines Erzeugnisses führen, wenn andere wesentliche Umweltaspekte des Produkts wie der Wasserverbrauch nicht berücksichtigt würden. In die umweltbezogene Kennzeichnung müssten alle Umweltaspekte einfließen, die im Rahmen des Gesamtlebenszyklus eine wesentliche Rolle spielten, so die BVE.
Da bislang keine standardisierten Methoden existierten, mit denen man diese komplexen Sachverhalte erfassen und bewerten könne, lehne man auch eine integrierte, mehrere Umweltaspekte umfassende Produktkennzeichnung ab.
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