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Raffinierten Zuckerschmuggel aufgedeckt

Rohrohrzucker mittels gefälschter Papiere ohne Zoll in die EU eingeführt


Brüssel (ke). Einen Betrugsfall mit über 4000 Tonnen Rohrohrzucker hat eine internationale Untersuchung aufgedeckt.

Wie das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) meldet, hatten die Täter dabei rund 2Mio. Euro an Zollabgaben hinterzogen.

Sie hatten versucht, die für Afrika-Karibik-Pazifik (AKP) Länder geltenden Präferenzregelungen auszunutzen und Dokumente gefälscht. Die EU hat mit den AKP-Ländern ein Präferenzhandelsabkommen geschlossen, das einen Garantiepreis für Zucker sowie zollfreie Einfuhren in die EU vorsieht.

Die OLAF-Untersuchung der illegalen Zuckereinfuhren wurde durch Hinweise aus Großbritannien im Rahmen der Amtshilfe in Zollangelegenheiten angestoßen. Dadurch konnten verdächtige Zuckereinfuhren aufgedeckt werden, bei denen der Zucker angeblich aus AKP-Ländern wie Zimbabwe, Malawi und Sambia stammte. Für Erzeugnisse aus diesen Ländern müssen keine Einfuhrabgaben gezahlt werden, weil sie unter eine Präferenzregelung fallen.

Die vom OLAF koordinierten Untersuchungen ergaben aber, dass über 4000 Tonnen Rohrohrzucker aus Brasilien in Bulgarien raffiniert und in den Jahren 2004 und 2005 unter falscher Warenbeschreibung in das Vereinigte Königreich und Malta eingeführt worden waren, wodurch Abgaben in Höhe von rund 2 Mio. Euro hinterzogen wurden. Bei der Einfuhr wurden gefälschte Papiere (Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1) vorgelegt, um den tatsächlichen Ursprung des Zuckers zu verschleiern.

Der Importeur war bereits in der Vergangenheit durch Unregelmäßigkeiten aufgefallen; seinerzeit ging es um Zuckereinfuhren aus dem westlichen Balkan.

Im aktuellen Fall wurden in der Zwischenzeit Verwaltungs- und Gerichtsverfahren eingeleitet, große Mengen Zucker beschlagnahmt und Vermögensgegenstände eingefroren.

Übrigens: Das Schadensvolumen aller derzeit von OLAF untersuchten Zuckerfälle wird auf bis zu 30 Mio. Euro geschätzt.


Artikel vom 04.01.2007
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