Aktuell
Qualitätszeichen auf EU-Ebene angedacht
Kommission unterstützt EU-Logo für Nahrungsmittel gehobener Qualität
Brüssel (age). Mit einem neuen EU-Qualitätslogo sollen die europäischen Verbraucher Nahrungsmittel gehobener Qualität leichter erkennen und die Landwirte für ihren Mehraufwand besser entlohnt werden. Dieser Vorschlag des niederländischen Europaabgeordneten Jan Mulder stand in Brüssel im Mittelpunkt einer zweitägigen Konferenz über die Zertifizierung der Nahrungsmittelqualität.
Ein EU-Logo für Vorzugsqualität würde die Markttransparenz erhöhen und für fairen Wettbewerb mit den Erzeugern aus Drittländern sorgen, erläuterte Mulder. „Ich unterstütze die Idee eines EU-Qualitätslogos“, erklärte die Brüsseler Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel. Damit würde eine Möglichkeit geschaffen, die EU-Standards wirksamer zu vermitteln. Wegen der Tierschutz- und Umweltstandards seien die europäischen Erzeuger am Weltmarkt benachteiligt. „Wir müssen etwas tun“, betonte die Kommissarin. Die Umsetzung der Idee in die Praxis sei jedoch sehr kompliziert. Bevor die Kommission konkrete Vorschläge präsentiere, werde sie eine wissenschaftliche Expertise zur Einführung eines solches Logos einholen und Studien zu den wirtschaftlichen Auswirkungen sowie insbesondere zur Verteilung des geschaffenen Mehrwerts zwischen Landwirten und Handel anfertigen lassen. Auf einen Zeitrahmen für das weitere Vorgehen mochte sich Frau Fischer Boel nicht festlegen.
Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer warnte als amtierender EU-Ratsvorsitzender davor, die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit Informationen zu überfrachten und nannte als warnendes Beispiel die Beipackzettel von Arzneimitteln. Die meisten läsen den Beipackzettel nicht mehr, und die übrigen seien sich unsicher, ob sie das Medikament überhaupt nehmen sollten.
Die meisten EU-Mitgliedstaaten verfügten zurzeit über ihr eigenes Qualitätszertifizierungssystem, das den Verbrauchern in den anderen Partnerländern jedoch oftmals unbekannt sei, erklärte Mulder. Um das Potenzial des EU-Markts mit 500 Millionen Verbrauchern auszuschöpfen, bedürfe es einer besseren Transparenz.
Das Logo müsse auch allen Erzeugern aus Drittländern offen stehen, die die entsprechenden EU-Normen erfüllten. Durch das EU-Logo solle Europa nicht zu einer Festung werden. Großen Wert legte Mulder ferner auf die Feststellung, dass die Teilnahme an dem EU-Qualitätskennzeichnungssystem freiwillig sein müsse.
Nach Meinung der Sprecherin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der SPD-Bundestagsfraktion, Waltraud Wolf, benötigen die Verbraucher ein einfaches und verlässliches Qualitätszeichen wie das deutsche Ökosiegel, um besondere Qualitäten leicht zu erkennen und ihre Konsumentscheidungen daran zu orientieren. Die deutsche und europäische Landwirtschaft habe sich durch eine stärkere Hervorhebung von Qualität und Spezialisierung verändert. Die Globalisierung werde diese Tendenz noch verstärken.
Für die Verbraucher gewännen Produktion und Verarbeitungstechniken, Zutaten und die Herkunft von Rohmaterialien bei der Kaufentscheidung vermehrt an Bedeutung.
Weitere Nachrichten aus Fokus vom 22.02.2007:
Deutlich über dem Schnitt
Rauchverbot ganz nahe
Beitrag zum Klimaschutz
Dynamische Entwicklung
Aus gelegentlich wird häufig
Weniger Statistiken?
Hygiene aus Kundensicht betrachten
Weiter auf die reine Lehre setzen
Kompetenzgerangel blockiert klare Regeln
„Unser täglich Brot“

RSS

Zur Bildergalerie "Backkongress 2011"