Branche&Politik
Qualifizierung ist das entscheidende Zukunftsthema
Delegiertenversammlung des BIV Saarland: Chef der Agentur für Arbeit zeigt Fördermöglichkeiten für kleine und mittlere Betriebe auf

Auf der Delegiertentagung der BIV Saarland (von links) Kammerpräsident Hans Alois Kirf, Hans Jürgen Kratz, Chef der Agentur für Arbeit im Saarland, Geschäftsführer Gerd Wohlschlegel, Landesinnungsmeister Roland Schaefer und die Vorstandsmitglieder He
Bezüglich der Ausbildung riet Landesinnungsmeister Roland Schaefer den Kollegen, bei der Abschlussprüfung dabei zu sein, um zu sehen, was laut neuer Prüfungs-Verordnung gefordert werde. Die Inhalte seien durchaus vernünftig an die aktuellen Bedürfnisse angepasst.
Ein leidiges Thema hingegen sei der neue Gefahrtarif der BGN. Ab 2009 sei mit einer Beitragssteigerung bis zu 20 Prozent zu rechnen. Erfreulich, dass auch dieses Jahr wieder die Aktion Brot und Wein in Kooperation mit einer Tageszeitung statt finde. Bei diesem „Straßenwahlkampf“ haben man beste Möglichkeiten, Imagearbeit zu machen, betonte Schaefer.
Imagefördernde Auftritte
Dass solchen öffentlichkeits- und medienwirksamen Auftritte nötig sind, bestätigte Geschäftsführer Gerd Wohlschlegel in seinem Bericht. Die Köche könnten da Vorbild sein. Sie hätten es geschafft, durch ihre überzeugenden Auftritte das Image der Branche deutlich zu verbessern und damit effektive Nachwuchswerbung zu betreiben. „Wir müssen die Sensibilität für den öffentlichen Auftritt stärker unterstützen; auch hier bieten unsere Fachschulen eine Vielzahl von Lehrgängen und Hinweisen“, so Wohlschlegel.
Außerdem stellten das Qualitätsmanagement und die Qualitätssicherung für die Betriebe eine große Herausforderung dar, die mit der Qualität des Berufsnachwuchses verknüpft sei. Das Handwerk, insbesondere das Bäckerhandwerk müsse darauf bestehen, dass endlich an der Schule Ausbildungsinhalte vermittelt werden, die die Schüler mit der Branche vertraut machen, so der Verbandsgeschäftsführer. Wobei der durch die Blume vermittelte, dass auch jeder einzelne Unternehmer seinen Teil zur Image- und Nachwuchsförderung beitragen muss.
„Besser wir backen das Brot“
„Denn eine Branche, die sich ständig selbst beklagt, erweckt in der Öffentlichkeit am Ende einen beklagenswerten Eindruck.“ Dazu habe das Bäckerhandwerk aber keinen Anlass, wenn es sich auf seine Stärken besinne, so Wohlschlegel. Gerade vor dem Hintergrund steigender Rohstoffpreise sei es wichtig, gemäß dem Werbespruch: „Besser wir backen das Brot – Die Deutschen Bäckermeister“ zu agieren. „Dazu gehört, dass die Bäckerei dem Kunden ein ganz besonderes Gefühl der Lebensqualität vermittelt“, ist sich Wohlschlegel sicher. Dafür sorge u. a. der persönliche Auftritt der Betriebsinhaber und der Mitarbeiter, die Präsentation und die Qualitätsproduktion. In diesem Sinn sollte man das Beratungs- und Weiterbildungsangebot der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks noch stärker nutzen.
Geförderte Qualifizierung
Anschließend stellte Hans-Jürgen Kratz, der Chef der Agentur für Arbeit im Saarland, einige Fördermöglichkeiten für kleine und mittlere Betreibe vor. Interessant ist vor allem das Programm „Wegebau“: Gefördert werden hier Weiterbildungsmaßnahmen von 1 bis 6 Monaten, die mit einer Zertifikatsprüfung abschließen. Dabei werden die Ausbildungskosten übernommen und ein Lohnkostenausgleich erstatten. Interessant ist dabei, dass darunter zum Beispiel die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit (Branchenmodell) oder aber die Ausbildung zum Ernährungsberater fällt. Daneben gibt es noch Lohnkostenzuschüsse und die Förderung von Existenzgründungen. Angebote, die eben auch genützt werden müssten, wie LIM Schaefer abschließend bemerkte. Ansonsten appellierte er daran, der Berufsorganisation die Treue zu halten. „Denn wir geben mehr, als wir nehmen!“

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