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Qualifikation und Innovation forcieren

Prognosstudie zur Zukunftsfähigkeit des Handwerks vorgestellt


Berlin (p). Innovation entsteht dort, wo Kundenwünsche in die Praxis umgesetzt werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür schaffen die Betriebe durch Aus- und Weiterbildung, so ZDH-Präsident Otto Kentzler anlässlich der Übergabe der Prognos-Studie zur Innovationsfähigkeit des Handwerks an den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Hartmut Schauerte.

Die Prognos-Studie „Zukunft Handwerk! Der Beitrag des Handwerks im Innovationsprozess“ beschäftigt sich mit dem Erscheinungsbild, welches das Handwerk in der Öffentlichkeit abgibt und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um im öffentlichen und politischen Ranking entsprechend dem gesellschaftlichen Stellenwert wahrgenommen zu werden.

Innovationen kaum bekannt

Die Innovationsfähigkeit von Unternehmen und die Rahmenbedingungen

unternehmerischer Innovationsfähigkeit stehen im Mittelpunkt der Diskussion über die Wettbewerbsfähigkeit von Regionen und Staaten. Die öffentliche Wahrnehmung des Beitrags einzelner Innovationsakteure konzentriert sich häufig auf besonders forschungsintensive Technologien und Branchen oder herausragende Leistungen einzelner Unternehmen oder Forschungseinrichtungen. Die Leistungen kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU), zu denen auch die Handwerksbetriebe zählen, rücken häufig nur dann in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses, wenn es sich um schnell wachsende Start-Ups in Hochtechnologiefeldern handelt.

Im Hinblick auf die Ausbildung und Qualifizierung von Fachkräften bietet die handwerkliche Lehre einen Einstieg in ein Laufbahnkonzept, das sowohl Perspektiven innerhalb des Handwerks vermittelt als auch Möglichkeiten des Wechsels in andere Wirtschaftssektoren eröffnet.

Die meist kleinbetrieblichen Handwerksbetriebe bürgen darüber hinaus für eine Kultur der Selbständigkeit, die durch den Handwerksunternehmer verkörpert wird. Die Betriebsinhaber des Handwerks somit eine wichtige Vorbildfunktion ein.

Die persönliche Qualifikation ist der entscheidende Erfolgsfaktor für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks.

Mit seiner hohen Ausbildungsbereitschaft und seinem dichten Netz von weiterführenden Abschlüssen und Qualifizierungsmaßnahmen misst das Handwerk diesem Thema einen hohen Stellenwert bei. Damit ist eine wichtige Voraussetzung für die tatsächliche Wahrnehmung von Innovationspotenzialen im Handwerk erfüllt.

Qualifizierung forcieren

Mit Blick auf die Zukunft lautet das Fazit: Das Handwerk muss die eigenen Qualifikationsanstrengungen fortsetzen und verstärken.

Die duale Ausbildung im Handwerk muss an Attraktivität für qualifizierte junge Menschen mit unternehmerischem Potenzial gewinnen. Dafür muss Verlass auf eine leistungsfähige und zukunftsfähige Infrastruktur für die berufliche Aus- und Fortbildung bestehen. Die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung bei durchlässigen Qualifizierungssystemen ist sicher zu stellen.

Die Eigenkapitalschwäche vieler Handwerksbetriebe und die besonderen und teilweise noch wachsenden Probleme kleiner Unternehmen bei der Fremdfinanzierung sind ein wesentliches Hemmnis für die Realisierung von Innovationspotenzialen im Handwerk. Für eine Politik auf nationaler wie auf internationaler Ebene, die Innovationshemmnisse in diesem Bereich nachhaltig bekämpfen will, ergibt sich folgendes Fazit: Sie muss verbesserte Bedingungen für die nachhaltige Stärkung der Eigenkapitalbasis im Handwerk schaffen, den Zugang zu Fremdfinanzierungsmitteln sicherstellen, um auch im Handwerk Investitionen in Innovationen mit entsprechenden Risiken schnell und unbürokratisch zu ermöglichen und in der finanziellen Förderung von Innovationen die Gesamtheit der Innovationsprozesskette berücksichtigen und Möglichkeiten zur Unterstützung von Projekten zur Vermarktung, Demonstrationsvorhaben und das Aufgreifen praktischer Lösungen in kleinen Projekten bieten.

Moderatoren vor Ort

Funktionsfähige Netzwerke, die Kooperation zwischen Unternehmen, der Aufbau von Beziehungen zu Partnern an Hochschulen und Forschungseinrichtungen erweisen sich bei besonders innovativen Unternehmen als Schlüssel zum Erfolg. Die Organisationen des Handwerks vor Ort gewinnen als Moderatoren an Bedeutung.

Das vorhandene Beratungs- und Förderangebot muss intensiviert und ausgebaut werden, um den zukünftigen Herausforderungen besser gerecht werden zu können.

Prognos-Studie:

www.zdh.de/publikationen


Artikel vom 27.04.2006
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