Ernährungs-&Warenkunde

PurPur-Brot macht Wangen rot

Funktionelle Lebensmittel weiterhin im Trend / Fast vergessene Weizensorte avancierte zum Verkaufshit


Berlin (schl). Functional Food boomt. Gut 3,2 Mrd. Euro haben Verbraucher von September 2006 bis September 2007 für funktionelle und angereicherte Lebensmittel ausgegeben. Experten prognostizieren, dass der Markt in diesem Segment langfristig überdurchschnittlich wächst und vor allem bei der Zielgruppe der Best Agers zum zentraler Megatrend avanciert. Insbesondere die Backbranche kann von dieser Entwicklung durch Produktinnovationen profitieren. Unter der Überschrift „Brot aus PurPurWeizen – von der Idee zum Markterfolg“ stellte Dr. Andreas Vollmar vom österreichischen Backmittelhersteller Backaldrin auf der zu Jahresanfang stattgefundenen 37. Wissenschaftlichen Informationstagung für Getreideforschung e.V. in Berlin eine entsprechende Neuentwicklung des Unternehmens vor. Die ursprüngliche Idee, seltene Weizensorten wieder zu kultivieren, war einerseits aus Interesse an der genetischen Vielfalt begründet, andererseits war man in dem 1964 gegründeten Familienunternehmen auf der Suche nach ernährungsphysiologischen Vorteilen, da für die Konsumenten das Thema gesunde Ernährung immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dabei erfuhr der seit über 4000 Jahren bekannte Purpurweizen, bisher wegen seiner namensgebenden Farbe für das Brotbacken wenig interessant, da helle Mehle bevorzugt wurden, eine Renaissance. Verursacher der optischen Auffälligkeit sind die u.a. auch in Pflanzen wie Brombeeren, Himbeeren, Auberginen, Rotkohl oder roten Trauben vorhandenen rotblau bis schwarzen Anthocyane. Sie werden den sekundären Inhaltsstoffen mit positive Wirkungen auf den Körper zugerechnet, die als natürlicher Zellschutz antioxidativ fungieren und schädliche freie Radikale abfangen.

Mit Gesundheitseffekt

Idealerweise sollten funktionelle Lebensmittel den Anspruch eines nachweisbaren Gesundheitseffekts genügen. Wie der Referent darlegte, hat sich der Backmittelhersteller an dieser Maxime orientiert und vor Markteinführung des Produkts den Purpurweizen zum Gegenstand verschiedener Forschungsprojekte gemacht. Zum einen wurde die alte Sorte unter agronomischen Gesichtspunkten weiterentwickelt und zum anderen musste die Lokalisierung und Verteilung der Anthocyane im Korn sowie die Backfähigkeit untersucht werden. Mit positiven Ergebnissen. Die besonderen Pflanzeninhaltsstoffe sind in Purpurweizen 10 mal höher als in herkömmlichen Brotweizen. Da sie vorwiegend in den Randschichten lokalisiert sind, weisen Vollkornmehle neben der Kleie den höchsten Gehalt auf. Auf diesen Grundlagen wurden eine Backvormischung und ein Brot entwickelt, das den Vorzügen des Purpurweizens in allen Punkten gerecht wird. Als Vollkornbrot bietet es weitere ernährungsphysiologische Vorteile in Bezug auf die Vitamin- und Ballaststoffversorgung. Darüber hinaus musste das neue Erzeugnis den Verbraucher auch hinsichtlich Geschmack und Frischhaltung überzeugen. Purpurweizen ist in der fertigen Mischung zu 70 Prozent konzentriert. Der Hersteller garantiert einfache Handhabung, Produktsicherheit, kontrollierte Qualität und Rückverfolgbarkeit.

Kompakte Marketingstrategie

Von der Idee bis zur Markteinführung vergingen fünf Jahre. PurPurweizen ist seit 2005 ein eingetragenes Warenzeichen, wird exklusiv für die Backmischung angebaut. Der Name PurPurBrot ist ebenfalls rechtlich geschützt und avancierte innerhalb eines Jahres zu den fünf Top-Produkten des Unternehmens, dass ca. 400 hochwertige Erzeugnisse im Portfolio hat. Aus Marketingsicht bot die Innovation durch ihre nachgewiesene Qualität, die vorhandene auffällige Farbe, die Namenswahl und den Gesundheitseffekt ideale Voraussetzungen, das Erzeugnis erfolgreich im Markt zu etablieren.

Begleitend hatte das renommierte Unternehmen im Jahr der Produktvorstellung auch alle werblichen Register gezogen. So wurde das innovative Brot nicht nur in Fachzeitschriften kommuniziert, sondern auch über Tageszeitungen, Funk und TV einem breiten Publikum bekannt gemacht.

www.backaldrin.com


Artikel vom 28.04.2008
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Fokus vom 28.04.2008:

Nanopartikel im Essen

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Fokus


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Dinkel-Hirse-Brot
Rezept der Woche Ballaststoffreiches Brot mit langer Frischhaltung mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!